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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 324

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 324 (sequence 10)
Language
German
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324 Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. bösen Geistern vertraulichen Verkehr gepflogen ,habe1), hat. sich dann, wie er in einem späteren Briefe; an Chapelain. schreibt, ganz zu dessen Ansicht bekehrt. Er sagt: .»Was du von dem:Judentum Bodins bemerkt hast, veranfasste mich, meine Aufmerksamkeit sorgfältiger auf dasjenige zu. richten, was mir schon längst beim Lesen seiner Schriften verdächtig vorkam. Nun hat sich mir also Folgendes ergeben. Seine methodus historica schrieb Bodin noch als Christ (adhuc Christianus), und dies geht aus einigen Stellen in dem 4., 6. und 7. Kapitel darin hervor. Er war damals noch nicht in der Sprache des Talmud erfahren genug, um die Sanhedrin ohne Übersetzung zu verstehen, wie die Vorrede des Buches selbst anzeigt. In der Daemonomania magorum schmeckt schon vieles nach jüdischem Geist. In der lateinischen Ausgabe des Werkes De Republica an. 1584 findet sich eine Stelle über die talmudischen Lehrer, welche aus keiner christlichen; Feder geflossen ist, folgende: Religionis ac sapientiae principes illi veteres Ebraei hanc disciplinam a sanctissimis prophetis acceptam posteritati tradiderunt. Das letzte Buch Bodins noch von seinen Lebzeiten: Theatrum naturae lautet an vielen Stellen offen jüdisch. Daher begebe ich mich jetzt vollkommen zu deiner Meinung, hinüber. Dass ich es nicht früher getan habe, kam daher, dass ich bemerkt habe, dass auch einige andere, und unter diesen vorzüglich Johann Seidenus, von den Rabbinen der Juden jüdisch sprechen, wegen deren aufrichtigen christlichen Glaubens mir bisher jedoch kein Verdacht entstanden war. Ich sage dir Dank für dieses dein unerwartetes Urteil«2). Mari h0rt es aus ) diesem Bekenntnis Conrings heraus, dass er sich seinem 0ג) Siehe oben S. 322, Anmerkung 3. : 2) Guhrauer, Seite LVI—LVII. Woher G. diesen Brief hat, giebt er nicht an. In dem von Gruber herausgegebenen Commercium epistolicum^.^das die sonstige Korrespondenz Conrings mit Chapelain enthält, habe ich ihn nicht gefunden.

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