Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 9)
- Language
- German
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Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. 323 Das wäre umso auffälliger, als die Widersacher Bodins sich in den zahlreichen über seine Schriften entstandenen Kontroversen einen solchen Angriffspunkt sicherlich nicht hätten entgehen lassen. Noch Huet (16301721—־), ein vielseitiger und auch als Gegner der kartesianischen Philosophie bekannter Schriftsteller, der im Jahre 1679 während seines Aufenthaltes in Paris, wo er in Gemeinschaft mit Bossuet die Erziehung des Dauphin zu leiten hatte, seine Demonstratio evangelica ad serenissinum Delphinum veröffentlichte, nennt in diesem Buche Bodin zwar einen Halbjuden, einen gregalis Judaeorum1), tut aber seiner jüdischen Abstammung keine Erwähnung. Auch der Umstand, dass Bodin als Knabe dem Orden der Karmeliter war zugeführt worden, was doch wohl nur durch seine Elfern geschehen konnte, darf als Zeugniss gegen das jüdische Bekenntnis seiner Mutter angesehen werden. Trotzdem hat diese auf der alleinigen Aussage Chapelains beruhende Behauptung vielfach Glauben gefunden. Hermann Conring, der zuerst mit seiner Ansicht noch zurückhält und dem Chapelain antwortet, er habe zwar längst Bodin in Verdacht gehabt, der christlichen Religionsübung fern gestanden zu sein, habe aber geglaubt, dass er keiner der öffentlich anerkannten Religionen angehörte und nur mit merkung 3 zitierten Stelle des Liber de civili prudentia hin. Er sagt dort: Quod Thuanus refert Bodinum de Henoticorum motuum clausula admirando praesagio annum et mensem, quo pax, cum minus putabatur, coitura esset praedixisse eventu judicium comprobante, id vereor ne non tarn civilium rerum prudentiae quam illi, cujus Bodinum jam sua Daemonomania suspectum haud immerite fecerat, malae arti sit tribuendum. Auch das zeugt von einem gewissen Übelwollen, denn Bodin hat an böse Geister wohl geglaubt, aber den Umgang mit ihnen auf das schärfste bekämpft. 0 Petri Danielis Huetii Episcopi Abrincensis Demonstratio Evangelica (Leipzig 1703) pag. 783: Igitur manifesta est Bodini Semi- |udaei inscitia, qui Christum Jesum censum fuisse negat hoc arguinento, quod vectigales, socii et peregrini minime censi fuerint. Seite 805: opponunt Judaei eorumque gregalis Bodinus, 21