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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
Assyriologische Studien
Date
1905-01-01
Page
Seite 265 (sequence 9)
Language
German
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Assytiologische Studien. 265 ין מזל בישראל«] werden die sieben Wochentage und ihre Planeten aufgezählt (Sabbat 156a u. b). Das Geschick des Menschen wird davon abhängig gemacht, an welchem Schöpfungstage (jüdischer Standpunkt) oder unter welchem Planeten (heidnischer, babylonischer Standpunkt) er geboren ist. Da heisst es nun: »Wer am Sabbat geboren ist, stirbt am Sabbat»; und ferner: »Wer unter dem Stern Sabbatai-Saturn geboren ist, wird ein Mann, dessen Pläne mis slingen«; dagegen bemerkt natürlich ein anderer, dass die gegen ihn geschmiedeten Pläne misslingen; einerlei, die Idee bleibt dieselbe. Es ist nun vollkommen evident, dass hier babylonisch-persische Vorstellungen hineinspielen. Es gilt ja als Grundsatz, dass überall, wo im Talmud astronomisch-astrologische Themata (Namen der Monate und Engel) behandelt werden, babylonische Einflüsse anzuuehmen sind. Das weiss der Talmud selbst am besten. Und auch an unserer Stelle tritt der כלדאי Chaldäer1) auf. Man soll die Chaldäer nicht befragen. (Pesach. 113 b, vgl. Tos. Sabb. 156 b, s. v. נלדאי). Die ältesten und jüngsten Erklärer sind darüber einig, dass darunter die babylonischen Astrologen zu verstehen sind. Haben sich doch Astrologenschulen in den uralten Kultstätten Borsippa, Uruk, Babylon, bis in die nachchristliche Zeit erhalten (Zeitschr. f. Assyr. VI. p. 29 ff.). Lucrez, Strabo, der ältere Plinius und Curtius Rufus wissen davon zu erzählen. Der am Hofe des grossaramäischen Königs Sohamus lebende Literat Jamblichius (164 n. d. g. Z.) lernt nach seinem eigenen Zeugnis bei einem babylonischen Hofmeister babylonische Sprache, Literatur, Wissenschaft und Magie. Die letzten Keilschriftzeichen auf einer Originalinschrift haben wir aus dem Jahre 68 n. d. g. Z. und das ist ein astronomischer Text! Einer der besten Freunde des grossen Gelehrten und 1j Vgl. הפלאד, שבערכין Artik. כלדאי.

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