Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Assyriologische Studien
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829787-2829791-2886103--33639-2886138- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
266 Assyriologische Studien. bedeutenden Astronomen Mar Samuel war ein solcher כלדאי; nämlich ein gewisser אבלט (vgl. Sabbat 156 b; 129a; Ab. Sar. 30a; Jerus. Sabbat HL 4; Hoffman: Mar Samuel pag. 17 ff.). Gerade an der von uns behandelten klassischen Stelle wird von einer Zusemmenkunft und einer Weissagung dieses אבלט erzählt. Raschi erkennt an allen Stellen, da dieser Mann . auftritt, dass es ein chaldäischer Seher, Astronom und Astrolog sein müsse. Mir ist es wahrscheinlich, dass wir unter diesem אבלט einen Mann namens E (oder Ea) uballit d. h. »Gott Ea spende Leben« zu erblicken haben. (Vgl. Sin-uballit סנבלט). Keinen Augenblick werden wir darüber staunen um die Zeit Mar Samuels, der 165 geboren ist, einem echt baby- Ionischen Namen zu begegnen, da wir doch wissen, dass bis ins dritte nachchristliche Jahrhundert hinein die babyl. Astrologen-Schulen erhalten waren und noch weit in die späthellenistische Zeit die babylonisch-assyrische Sprache mit aramäischen Elementen versetzt, lebendig war und dass im Jahre 1902 eine assyrische Liste aus spätbabylonischer Zeit gefunden wurde, welcher die griechische Übersetzung beigegeben ist. Am Hofe der römischen Kaiser waren die beliebtesten und angesehensten Astronomen nicht nur die sogenannten, sondern die echten »Chaldäer«, welche auch luvenal kennt. Es darf uns also auch nicht wundern, dass die altbabylonische Vorstellung vom Sabbat als Unglückstag sich bis in spättalmudische Zeit fortüberliefert hat.