Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 9)
- Language
- German
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Geschichte der Familie Wallich. 191 Darum wendet er sich abermals am 23-ten Juli an den Magistrat um Erhörung seiner Bitte, da er ohne Praxis, wie er sagt, »in ein total ruin gestürzt« würde. Am 22־ten September reicht er sein Gesuch zum drittenmal ein und erklärt, dass er auf seinen Reisen durch Italien, Frankreich und »andere weit abgelegene Ort und Land« sein Vermögen ganz aufgezehrt habe. Auch dieser Brief findet nicht die gewünschte Beachtung, und so sendet er noch einmal den wörtlich gleichen Brief an den Magistrat am 1-ten Oktober desselben Jahres 1657. Danach scheint man ihm seinen Wunsch erfüllt und das Praktizieren gestattet zu haben. Seine ärztliche Tätigkeit beginnt somit in Frankfurt mit dem Jahre 1658. Wann Abraham Wallich, der ein Fürst und Meister.der jüdischen Ärzte genannt wird, gestorben ist, wissen wir nicht; sein Grabstein findet sich in der Sammlung von Horowitz nicht. Er ist der Verfasser einer volkstümlich medicinischen Schrift in hebräischer Sprache betitelt דמיון הרפאות latein. Harmonia Wallichia Medica, die den Zusammenhang von Leib und Seele behandelt1). Dies Schriftchen gelangte erst nach seinem Tode, im Jahre 1700, durch seinen Sohn, den Arzt Jehuda Löb Wallich, zur Veröffentlichung. Schudt, in seinen jüd. Merkwürdigkeiten II, 401 sagt darüber: »Hier zu Frankfurt ist durch Joh. Wust שנת ת״ס ל״פק im Jahr 460, d. h. An. Christi 1700 gedruckt in 8. ספר דמיון הרפואות שנקרא בלע״ז Harmonia Wallichia Medica, der Autor ist ein alter Juden- Dokter allhier gewesen אברהם רופא מאליך Abraham Wallich der Arzt. In welchem vor dem zweyten Teil ein lang Hebräisch Gebett stehet, so der Medicus, ehe er zu den Patienten gehet, tun soll; die Wallichische Familie ist der Arztney wegen hier wohl bekannt . . . obiges Buch 0 Über den näheren Inhalt siehe Horowitz, jüdische Ärzte in Frankfurt p. 31/32 u. Landau, Geschichte d. jüd. Arzte, Berlin 1895.