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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 2 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 2
Article
Der märkische Hostienschändungsprozess vom Jahre 1510
Date
1905-01-01
Page
Seite 176 (sequence 10)
Language
German
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176 Der märkische Hostienschändungsprozess vom Jahre 1510. machte seine Sache ausgezeichnet. Er erzielte einen Tatbestand, der die in Bernau und Berlin erzielten Resultate bei weitem übertraf und den Umfang des Prozesses, wie die Zahl der Beteiligten ausserordentlich erweiterte. Jakob gestand zunächst zu, das Hostienstück von Salomo durch seinen Sohn Smol; empfangen zu haben. Dann trat er mit der Versicherung auf, er habe mit Rabbi S 1 o m a n »etliche Zeit in Unwille gestanden«, d. h. in Feindschaft gelebt. Trotzdem habe er sich verpflichtet gefühlt, den Rabbi von der Zusendung des Hostienstückes in Kenntniss zu setzen, als hätte der Rabbi nur darauf gewartet, einmal die Möglichkeit zur Misshandlung einer Hostie zu bekommen, in der Tat sei denn auch diese Misshandlung alsbald vorgenommen worden. In seinem, des Jakob, Hause hätten sie das Hostienstück auf einen groben Tisch gelegt. Er und Sloman hätten mit Messern hineingestochen, ebenso seine beiden Söhne Nathan und Smol, sowie der alte Isaak, die gleichfalls zugegen gewesen seien. Das aus der Hostie fliessende Blut hätten sie vergebens abzuwaschen versucht. Sloman habe daher einen blutbefiekten Spahn aus dem Tische herausgehauen. So war durch die Aussage Jakobs auch Sloman aufs höchste verdächtigt, und wir sehen somit in den Prozess gerade die beiden Brandenburger Juden verwickelt, die kaum ein halbes Jahr zuvor von dem Kurfürsten privilegiert wurden! Auch der von Salomo angegebene Markus von Stendal gehört zu den Priviligierten. Und dieses Moment, das auf die im Hintergrund wirkenden Kräfte besonders deutlich hinweist, spielt auch weiterhin seine Rolle. Um noch eine grössere Anzahl von Juden hineinziehen zu können, musste eine imaginäre Gelegenheit konstruiert werden, bei der eine Misshandlung der Hostie im grossen Styl möglich war, und da bot sich ein willkommenes Vorbild in dem 18 Jahre zuvor stattgehabten Sternberger Hostienschändungsprozess. Dort war es eine H o c h z e i t s f e i e r, bei der die Juden

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