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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 2 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 2
Article
Der märkische Hostienschändungsprozess vom Jahre 1510
Date
1905-01-01
Page
Seite 173 (sequence 7)
Language
German
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Der märkische Hostienschändungsprozess vom Jahre 1510. 173 ..־ \ w! * '׳■W fangen, erwiderte er, er habe dieselben verzehrt. Da es sich um einen Kirchenraub handelte, benachrichtigte das Bernauer Stadtgericht den zuständigen geistlichen Oberherrn, den Bischof Hieronymus von Brandenburg, und dieser sandte zur weiteren Untersuchung des Falles den .Stiftshauptmann Heinrich v. Betzschi tz nach Bernau. Mit dem Eingreifen des geistlichen Inquirenten nahm die Aussage Fromms plötzlich ein anderes Gesicht an. Die Folter tat ihre Dienste. Das Geständnis Fromms, die Hostien verzehrt zu haben, genügte Herrn Betzschitz nicht. All die Mirakel, von denen sonst mittelalterliche Hostienschändungen begleitet waren, mussten doch auch hier eingetreten sein! Und so bekennt Fromm, als er die eine Hostie in den Mund gesteckt habe, sei es plötzlich ganz dunkel um ihn geworden und er habe sich eine Stunde lang nicht von der Stelle bewegen können. Man weiss, wie sehr die Geistlichkeit solcher Wundererscheinungen zur Erhöhung ihres Prestiges bedurfte. Dieselben werden denn auch von den Quellen gewissenhaft berichtet; namentlich Trittenheim erzählt sie mit emphatischer Gläubigkeit Nicht minder aber lag der Geistlichkeit eine Verdächtigung der Juden am Herzen. Der Diebstahl Fromms kam ihr gelegen genug, um aus ihm eine An״ klage gegen die Juden herzuleiten und so den Kurfürsten, der die Juden aus freien Stücken nicht hatte vertreiben wollen, ja ihnen sogar unter günstigen Bedingungen die Privilegien vermehrt hatte, zum Einschreiten gegen die Juden zu zwingen. Und dies gelang denn auch. Fromm bekannte, nur die eine der Hostien verzehrt, die andere aber um neun märkische Groschen an den Juden Sa״ lomo zu Spandau verkauft zu haben. Der Kurfürst Hess Salomo und Fromm nach Berlin bringen und beide konfrontieren. Joachim der Erste war ein strenggläubiger Fürst und ein religiöser Eiferer. Bekannt ist sein Widerstand

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