Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 25)
- Language
- German
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Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister. 153 Saruk ist nun zwar ein rühriger Agitator und erfolgreicher Propagandist gewesen, aber ein schlechter Schriftsteller; seine Darstellung ist unbeholfen, dürr und farblos, ein Phantast ohne Phantasie. Doch vermögen wir durch diese Vergleichung immerhin zu erkennen, dass Lurja samt״ liehe früheren kabbalistischen Lehrbegriffe systematisch zusammenfasste, dass er neue Gedanken, allerdings seltsame Abstraktionen, hinz u g e f ü g t und hineingewebt, und dass er die Abstraktionen zu plastischen und anschaulichen Vorsteilungen zu gestalten sucht. Er geht dabei vom Sohar aus, indem er an die dunkelste undunverständlichste Partie dieses Buches, an die Idras anknüpft, um sie zur Grundlage seines Systems zu machen. Der Sohar, wie er uns gedruckt vorliegt, ist nämlich kein einheitliches Werk, er setzt sich vielmehr aus den verschiedenartigsten Bestandteilen zusammen, die sich zwar nicht ganz unmotiviert, aber doch systemlos durcheinander schieben. Die ersten Typographen, denen alle orientieren. Er war der erste, der die Lurjanische Kabbalah in ausführlicher Darlegung durch den Druck (Amsterdam 1648) veroffentlicht hat und sehr heftig wegen seiner Irrtümer und mangelnden Aufrichtigkeit angegriffen wurde, wie er selbst wiederum andere Kabbalisten auch nicht glimpflich behandelt. Er hält sich spottend darüber auf, wie ein Kabbalist dem Simson die Seele des Jefeth zuschreiben kann, und wie derselbe Kabbalist, als er drei Engel sah, in dem ersten den Engel Metatron vermutete, während er sich doch darüber mit Leichtigkeit hätte Gewissheit verschaffen können (f. 4a). Er selbst schreibt allerdings noch bösere Sachen zusammen. So erzählt er, dass zu Raschi’s Zeit ein heftiger Streit um den Moreh nebuchim des Maimonides entbrannt war, und dass es Raschi gelungen war, den Streit zu schlichten (f. 76 a.). Seine Zitate, besonders die aus der heiligen Schrift, sind sehr ungenau; so liest er Mischle 30,21: תחת שלוש אלה רגזה אד״ן und scheint dabei das אלה, das gar nicht im Text vorhanden ist, urgieren zu wollen (f. 18b) ü. dgl. m. Vgl. שם הגדולים a. a. O.