Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 22)
- Language
- German
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150 Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister. er alle Schriften, welche dieses System behandelten, merkte indes bald, dass er hierzu nach Damaskus an die Quelle gehen müsse. Hier fand er bei dem Sohne Vitals, Samuel, gute Aufnahme und die Schriften von dessen Vater. Er schrieb sie ab, ordnete sie, arbeitete daraus verschiedene Auszüge und Handbücher und verkaufte seine Ausarbeitungen für gutes Geld, ln Jerusalem, wohin er alsdann seinen Wohnsitz verlegt hatte, fand er zu seinem Erstaunen in einer Genisah allerlei wertvolle Reste und Schriften Vitals, die er ans Licht zog, ebenfalls verarbeitete und in Abschriften weiter gab. Meier Popers aus Prag, in Krakau gebildet, den des Wissens heisser Durst zu Zemach nach Palästina trieb, lernte bei dem Letzteren die VitaFsche Schrift עץ חיים kennen. Nachdem er die einzelnen Abschnitte wiederum nach seinem Gutdünken umgestellt und umgeordnet hatte, wurde diese Rezension unter dem Titel 1עץ חיים) abschriftlich verbreitet und galt als die echte des Schlimm'el Strassnifz von 1607). Jedoch war von den Rabbinen Safet's unter Strafe des Bannes verboten worden, die Weisheit Lurja’s nach dem Auslande zu exportieren. (Vgl. den dritten Brief an Isaschar Beer, Verfasser des 11 פתחי יה. a. von 1606). 0 Das עץ חיים scheint die einzige Schrift gewesen zu sein, welche Vital vollendet, gleichsam druckreif gestellt hatte, als um» fassende Darstellung des Lurjanischen Systems. Die Darstellung war so gehalten, dass die Abschnitte an Bibelverse und Ritualien geknüpft waren, deren Erläuterung gegeben wurde, alsdann folgten in besonderen Abschnitten die schriftlichen Notizen, die von Lurja selbst herrührten; zum Schluss eines jeden Abschnittes wurden die Aufzeichnungen und Überlieferungen der verschiedenen Schüler von der Lehre Lurja's mitgeteilt. Vital's Sohn, Samuel, trennte die Bibel» verse von den Ritualien, teilte das Buch in 8 Abschnitte (שמנה שערים) und liess die schriftlichen Notizen Lurja’s wie die Überlieferungen seiner Schüler durcheinander laufen. Erst Meir Cohen ben Juda Löb ben Benjamin Popers (gest. Adar 1662) nahm die endgültige Ord» nung vor. Er hatte vier Jahre hindurch allen Stoff gesammelt, den er erlangen konnte, arbeitete die verschiedenen Rezensionen inein־ ander und ordnete zu Konstantinopel das עץ חיים in drei grosse Teile, und zwar 1. דרך עץ חיים, die Darstellung des ganzen theoso-