Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 20)
- Language
- German
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!48 Die Kabbal.alrauf ihrem Höhepunkt und ihre Meister. treffen werde. Zuletzt proklamiert׳ ihn auch Lurja, freilich wie Vital selber erzählt, als für grosse Dinge aufbehalten. Nach seiner Meinung war Lurja; der Messias ben Josef, d. h. der erste Messias, der sich der Messianologie zufolge aufzuopfern hat, damit der zweite und echte Messias erscheinen könne; er deutet dabei an, dass er als Inhaber der Seele Akibas in naher Beziehung zu dem eigentlichen Messias stünde, ja vielleicht am Ende es selbst sein könne. Dazu denke man an seine wiederholten schweren Erkrankungen, soweit sie uns bekannt geworden. Als. Schüler Lurjas wurde er vom Gehirnschlag getroffen; in Jerusalem hielt ihn eine schwere Krankheit nieder, während der eine Teil seiner Werke gegen seinen Willen heimlich kopiert wurde. Von einer Krankheit in Damaskus 1604erzählt er ebenfalls, wo er 21 Tage ohne Gefühl und Bewusstsein dalag; man hielt ihn schon für tot, als er die Augen aufschlug und auf eine Frage hin äusserte man habe ihm vom Himmel anzeigen lassen, dass die Stunde seines Todes noch nicht gekommen wäre, weil das Prachthaus, das er im Paradies bewohnen werde, noch nicht ausgebaut sei. Dann fiel er wieder in Bewegungslosigkeit und Geistesschwäche zurück, aber das Fieber begann zu weichen, die Sinne gewannen wieder Gefühl, nur der Gesichtssinn versagte noch völlig sieben Tage lang, bis auch er sich langsam wieder erholte. All dies, verrät eine starke Erschütterung des Nervensystems,, welche auch auf seinen geistigen Zustand ungünstig zurückwirken musste. Im Laufe der ,Zeit fühlte er doch trotz seines unerschütterlichen Glaubens an die Nähe der Erlösungszeit,, dass es ihm selbst nicht beschieden sei, die Sache zu gutem Ende zu führen, und er verkündete, dass ein Mann aus christlichen Landen kommen werde, dazu ausersehen, das von ihm begonnene Heil zu vollenden, ihm werde er