Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister.!33 Leben und seine Lehre so dicht umschlungen, dass der Kern der Tatsachen fast gar nicht mehr herauszuschälen ist. Die Tragik eines frühen Todes — er starb 38 Jahre alt — hat dazu beigetragen, die Stimmung für ihn auch in talmudischen Kreisen zu verklären, so dass man sich für eine Darlegung seiner Lebensgeschichte und seines Lebenswerkes mit sehr schwankenden Unterlagen und nicht ganz einwandfreien Zeugen begnügen muss. Isaak ben Salomo Lurja Aschkenasi ist um 1584 in / Jerusalem geboren1) und stammt aus einem hochangesehenen *) Die hier gegebene Darstellung hat zu ihrer Unterlage in erster Reihe ein handschriftliches Werkchen, das noch nicht veröffentlicht ist, תולדות האר״יי. Die Handschrift gibt einen etwas reicheren und folgerichtigeren Inhalt, als das unter diesem Titel bisher bekannte Buch und weicht auch in manchen Einzelheiten von ihm ab. Unter dem Titel תולדות האר״י oder שבחי האר״י kursierten nämlich bisher drei Briefe von Schiimmel Strassnitz, an seine heimischen Freunde gerichtet, welche natürlich in unserer Abhandlung hier ausgiebig benutzt sind. Dieselben sind zuerst von Josef Salomo Delmedigo in einem Sammelband, der mit dem בחינת ד,דת beginnt, zu Basel 1629 veröffentlicht und in dieser Gestalt öfters für sich besonders abgedruckt worden. Auch Naftali Hirsch Bacharach מרגמ״ה*) hat die Briefe in die Einleitung zum עמק המלך teilweise aufgenommen und gibt dabei zu verstehen, dass Josef Salomo Delmedigo sie, wie anderes auf die Lurjanische Kabbalah bezügliches, von ihm erhalten hat und ohne sein Wissen und Willen dem Druck übergeben (f. 7 b). In diesen drei Briefen hat Schlimmei Strassnitz den grössten Teil unseres Schriftchens excerpiert; jedoch trägt er hin und wieder die Farben etwas stärker auf und hat Einzelheiten, die weniger wunderbar und mehr natürlich sind, bei Seite gelassen. Besonders sucht er die Jahre, da sich Lurja in die Einsamkeit zurückzog, im Gegensatz zu dem Bericht der Handschrift so auszudehnen, dass Lurja's Umzug nach Safet sich *) Diese Abkürzung weiss ich nicht aufzulösen, da die Auflösung מורע רבינו גרשום מאור הגולה mir nicht zusagt. Ein solcher Ahne wäre nachdrücklicher hervorgehoben worden.