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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 732

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Eine Zeitungsente aus dem Jahre 1790 und ihre Folgen
Date
1904-11-01
Page
Seite 732 (sequence 2)
Language
German
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732 Eine Zeitungsente aus dem Jahre 1790 und ihre Folgen. Rücksicht auf die starke Judenschaft in Frankfurt wurde die oberpfälzische Regierung ersucht, zur Verhütung der Verbreitung der Seuche, insbesondere auch bezüglich der aus Böhmen zu exportierenden Waren, angemessene Vorkehrungen zu treffen und sich über diese antwortlich zu äussern. Auch wird gebeten, über die Seuche selbst, wenn möglich, nähere Nachricht zu geben. Am 25. November kam die Schreckensbotschaft auch nach Nürnberg. Es verlautete, dass die »pestartige Contagion« täglich eine Menge Menschen dahinraffe »und dass der dagegen getroffenen K. K. höchsten Anstalten ohngeachtet, diese auch auf das platte Land des Königreichs Böheim sich ausgebreitet, und allbereits mit den schreckliebsten Folgen drohe«. Der Kreiskonvent des fränkischen Kreises Hess durch sein Direktorium den kurbayerischen Gesandten v. Gravenreuth auffordern, der Regierung in Amberg von der Pest Kenntnis zu geben und sie zu ersuchen, gemeinschaftiich mit dem fränkischen Kreise Vorkehrungen zu treffen, dass die deutschen Gebiete nicht betroffen werden. Sie solle daher die kurbayerischen Grenzen geeignet schützen. Der Gesandte kam dieser Aufforderung sofort nach (25. Nov.) Mit fieberhafter Emsigkeit ging die Amberger Regierung unverzüglich an die Arbeit. An alle Grenz- und Mautämter nach Böhmen hin erging sofort durch Expressboten der Befehl, niemand, insbesondere keine Juden, über die Grenzen zu lassen, weder von noch nach Böhmen. Gleichzeitig wurde ein Militärkordon gezogen. An den Regierungs-Physicus in Amberg, Joseph Fleischmann, erging der mündliche Befehl, sofort geeignete »Vorbeugungs- und Heilungsmittel« anzugeben. Schon am 26. November erfolgte Fleischmanns Bericht in ausführlichster Weise. Er schildert zunächst Herkunft und Symptome der Krankheit, um alsdann zu Abwehrmitteln gegen die Pest überzugehen. Diese sind noch derart von der naiven

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