Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Robert von Anjou und sein Verhältnis zu einigen gelehrten Juden
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 714 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829776-2829786-2885796--33284-2885897- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
714 Robert v. Anjou u. sein Verhältnis zu einigen gelehrten Juden (in der Vierteljahrsschrift für Kultur und Litteratur der Renaissance, herausg. von Ludwig Geiger, Bd. I, S. 136—140 u. II, S. 110—114) enthalten sind. Es wird dort darauf hingewiesen, dass die zugänglichen Quellen über Robert in mancher Beziehung aus der jüd. Litteratur ergänzt werden können. Im allgemeinen scheint Robert den Juden gegenüber sich auch als Regent unparteiisch verhalten zu haben, jedenfalls nicht mit Voreingenommenheit gegen dieselben, vielleicht infolge seines persönlichen Verkehrs mit einigen von ihm beauftragten Gelehrten. Man ersieht das aus einigen seiner Erlasse aus den Jahren 1310, 1314, 1329, 1331 u. 1332, welche erst ganz kürzlich zu unserer Kenntnis gelangt sind (Revue Et. J. 1903, Bd. 46, S. 17 u. 251). Nähere Beziehungen zwischen Robert und den Juden bezeugt auch eine aus einer Hamburger Handschrift edierte hebräische Übersetzung eines allerdings die Juden nicht betreffenden Rundschreibens »wegen des Todes des Herzogs, seines Sohnes,« dessen lateinisches Original zum ersten Male in der erwähnten Vierteljahrsschrift I, 138 abgedruckt ist. Güdemann S. 229erklärt: »Das Ganze ist die Stylübung (!) eines schlechten Übersetzers*. — Einzelnes ergiebt sich aus seinem Verhältnis zu drei jüdischen Autoren: 1. Giuda Romano, der sogar Robert’s Lehrer im Hebräischen gewesen sein soll, bemerkt zu seiner hebräisehen Übersetzung des philosophischen De Causis, welches Aristoteles, Alfarabi und Anderen beigelegt wird (nach einigen Handschriften), dass das Buch für Robert lateinisch übersetzt worden sei und dieser die Übersetzung gelobt habe. Diese Notiz ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt, da Giuda selbst dieses Buch aus dem Lateinischen ins He־ bräische übersetzt hat (Giuda Romano, p. 7 Note 6; Virchow’s Archiv, Bd. 40, S. 115; Jeschurun, herausg. von Kobak, Jhrg. VI, 56, Hebr. Bibliogr. XI, 54 A. 5, Letteratura Italiana p, 36, Die Hebr. Uebersetzg. p. 263).