Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 708 (sequence 7)
- Language
- German
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708 Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. stoteles angeführten Ansicht derjenigen finden, welche um dem Widerspruch zu entgehen, der nach Antisthenes besteht, wenn man von einem Subject ein von ihm ver» schiedenes Prädicat gebraucht, den Ausdruck umformten, indem sie statt der Eigenschaft das Tätigkeitswort setzten, beispielsweise nicht sagten, der Mensch sei weiss, sondern er übe die Tätigkeit des Weiss-Seins aus1). Etwas Aehnliches mag sich vielleicht Abu Haschim gedacht haben, wenn auch für uns das Ganze, wie Aristoteles sagt, nur auf eine Umformung des Ausdruckes hinausläuft Ziehen wir nun das Ergebniss unserer Erörterung, so lässt sich dasselbe in zwei Sätze zusammenfassen. Abu Haschim war Realist; die allgemeinen Begriffe haben nach ihm eine vollkommene Existenz im Gegensätze zu seinen nominalistischen Gegnern, welche dieAllgemeinbegriffe für blosse Worte zum Zwecke der leichteren Zusammenfassung der vielen einzelnen Dinge erklärten. Die Behauptung Abu HacshinfSjdass die Begriffe existiren und nicht existiren, ist nicht eine Abschwächung des Realismus, sondern besagt etwas ganz anderes, nämlich, dass jeder Begriff nur das ist, was sein Nameausdrückt, eine bestimmte Form des Seins, so dass selbst der allgemeine Begriff des Seienden in vielfacher Beziehung ein Nichtseiendes ist und sich von allen andern Begriffen unterscheidet. Von diesem Standpunkte musste Abu Haschim erklären, dass auch die verschiedenen Begriffe des Wissens, der Macht, des Lebens weder unter einander noch mit dem Wesen identisch seien. Dass es, um zu diesem Ergebnis zu gelangen, einer so langen Auseinander- Setzung bedurfte, wird man begreiflich finden, wenn man die vielen Missverständnisse, die es zu zerstreuen galt, in Betracht zieht2). Wir bemerken nocn zum Schluss, dass h Aristoteles, Physik 185 b, 28 01 Se t/jv p״STsppuö־jjL1‘£ov, 0Tt 6 av$־pa)7ro$ 00 sgtiv aXXx s) Wir verweisen noch kurz darauf, dass die Frage, ob das Nichtseiende sei, von den Späteren dahin verstanden wurde, ob das Mög-