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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 709

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
Date
1904-11-01
Page
Seite 709 (sequence 8)
Language
German
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Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 709 nach unsern Darlegungen der Sophist als Quelle der Atlributenlehre der Ascharija leicht erkennbar ist. liehe ein Seiendes sei. Ferner vermuten wir, dass in den oben angeführten Worten, die Achwal reduzieren sich nicht auf das Wesen und nicht auf ein Accidenz neben dem Wesen, die Kategorien der Identität (tocutov) Und des Anderssein (6:ף sTSpov) verborgen sind. Gerade diese subtileren Begriffe konnten leicht missverstanden werden, wonach die Stelle im Soph. S. 255 zu vergleichen wäre, wo nachgewiesen wird, dass das Sein nicht mit der Kategorie des Andersseins Zusammenfalle, mit der Begründung: y!v öfcvxaiToiv STSpwv e/rspovoü 7rpoc STepov? Es ist freilich ein solches Missverständniss schwer möglich für Jemanden, der die Stelle im Zusammenhänge liest, wir wissen aber nicht, ob nicht dieser Punkt bei Abu Haschim bloss kurz gestreift wurde, so dass durch den Ausfall der Negation (oü) die Begründung: wir hätten ein Accidenz in einem Accidenz, entstanden sein kann. Denkt man an die vielen Missverständnisse, die in der pseudoaristotelischen Theologie durch Vergleichung mit dem griechischen Text sich noch nachweisen lassen, wird man einen solchen Verstoss nicht für unmöglich halten. — Eine andere Auffassung der dunklen Worte ergibt sich aus Al-Razi, angeführt von Carra de vaux a. a. O. S. 125, wonach gesagt wäre, dass in dem bereits erwähnten Beispiele von der Farbe und dem Schwarzen, die Farbe nicht Accidenz sein kann, weil dann das Schwarze ein Accidenz in einem Accidenz wäre. Dagegen jedoch spricht, dass von Schahr. an unserer Stelle der Ausdruck Chal allgemein von der Eigenschaft gebraucht wird. Ferner erfahren wir von Schahr. auf S. 09 gelegentlich, dass nach den Anhängern der Chal-Theorie das Accidenz beispielsweise ein Accidenz und Farbe und Schwärze sei, was nebenbei bemerkt eine weitere Bestätigung unserer Auffassungist, dass es sich bei dieser Theorie hauptsächlich um die Differenzierung der Begriffe handelt. Jedenfalls ersieht man aus dieser Stelle, dass Chal und Accidenz keine Gegensätze sind. Schliess:ich passt die ganze Erwägung in den Zusammenhang nicht, da nur erwiesen werden soll, dass die Farbe beispielsweise als ein besonderer Begriff neben dem Schwarzen zu setzen ist, und es ganz gleichgültig ist, als was man die Farbe auffasst. Im Hinblick auf die Schwierigkeiten erscheint es uns nicht als zu gewagt, wenn man in den dunklen Worten einen falsch verstandenen Satz aus dem Sophisten erkennt, welcher nicht aus diesem selbst, sondern aus Abu Haschim entlehnt ist und daher eine solche Entstellung erfahren konnte.

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