Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 707

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
Date
1904-11-01
Page
Seite 707 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829786-2885794--33275-2885890
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nominalismus 11. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 707 dürfe, weil man dadurch das Eine zu Vielem, das Viele zu Einem mache. Plato bekämpft diese Ansicht, weil man danach auch das Sein nicht von den Dingen aussagen dürfe, und zählt bei dieser Gelegenheit das Sein zu den allgemein zusammenhaltenden Begriffen, weil es sich mit allem verbindet und alle verknüpft1). An diese Auseinandersetzung erinnert die Anschauung Abu Haschinfs, da es sich bei der Frage, ob man von Gott Prädicate, die von seinem Wesen verschieden sind, aussagen dürfe, genau ge־ nommen um dasselbe wie bei der von Plato bekämpften Ansicht handelt, nur mit dem Unterschiede, dass sie dort im Allgemeinen erwogen, während sie hier speziell in Bezug auf Gott behandelt wird. Die Ausführungen Plato’s scheinen nun auf Abu Haschim nicht ohne Einfluss gewesen zu sein. Dem entspricht es, wenn von Schahr. mitgeteilt wird, dass Abu Haschim zwischen dem Wesen Gottes und seinen Attributen noch einen Chal eingeschoben habe2), welcher von Mewakif3) näher bezeichnet wird als Gott — sein. D. h. : A. Haschim hat die Existenz vom Begriff getrennt, was ganz der platonischen Anschauung entspricht. Ebenso scheint er darauf Gewicht gelegt zu haben, von einem Wissend-Sein Gottes (XjwoJLfc) zu sprechen, anstatt von einem Wissen Gottes (jJlc). Er glaubte also dadurch, dass er den Begriff des Seins zwischen Gott und die Attribute einschiebt, die Einheit Gottes besser zu wahren. Eine Analogie für diese Anschauung könnte man vielleicht in der von Ari- ב) Soph. 253. 2) Schahr. das.: tsSij Xjl:> 3) S. 10 wird dieser Chal als bezeichnet. Man könnte die Ansicht A. H. auch so auffassen, dass er bei seinem Bestreben, die Begriffe so weit als möglich dialektisch zu spalten, die Göttlichkeit, welche gewissermassen der gemeinsame Charakter der verschiedenen Attribute bildet, als besonderes Attribut neben ihre Verschiedenheit setzt. Im ganzen jedoch ist dieser Punkt unwesentlich. 45:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.