Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 706 (sequence 5)
- Language
- German
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706 Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil Aus den Schlussworten ersieht man, dass er sich selbst über die Ansicht Abu Haschim’s nicht klar war. Wollte er den Unterschied darin setzen, dass nach den Kilabija das Wissen Gottes eine Ursache habe, nicht aber nach Abu Haschim, so war alles, was er zuletzt sagt, überflüssig. Ferner, was ist das für eine lächerliche Beweisführung: die Zustände sind nicht erkennbar, denn sonst müssten sie existiren oder nicht existiren, sie sind aber Beides nicht! Das heisst, um etwas Unverständliches zu erklären, sich auf etwas berufen, mit dem noch weniger ein Sinn zu verbin־ den ist. Und diese Absurdität bringt er vor, nachdem er kurz zuvor von den Kilabija sagte, dass sie sich in einem Widerspruch mit sich selbst befinden. Dann fährt er fort: Wir behaupten, dass Gott mit seinen Zuständen erkannt werde. Wollte er damit sagen, dass die Zustände, nicht für ־sich, sondern nur mit dem Wesen erkannt werden, so brauchte er diesen Unterschied nicht in einen solchen Nebel zu hüllen. Wir haben aber bereits gesehen, dass dies nicht ins Gewicht fällt, denn dasselbe werden die Kilabija von den Attributen (Sifa) sagen. Wie stellen wir uns nun zur Frage, ob und in wie־ fern die Ansicht Abu Haschim’s von der der Sffatija abweiche? Wir könnten erwidern, dass ein Gegensatz gegen diese vielleicht gar nicht beabsichtigt sei, denn deutlich ausgesprochen finden wir einen solchen in den Worten Abu Haschinfs nicht. Es ist gleichwohl möglich, dass Abu Haschim der Meinung war, seine ChakTheorie gebe ihm ein Mittel in die Hand, Attribute in Gott anzunehmen und gleichwohl die Einheit des Gottesbegriffs besser zu wallren.als die Sifatija. Erinnern wir uns an die bereits erwähnte Ansicht des Antisthenes, dass man keinem Subjectsbegriff ein von ihm selbst verschiedenes Prädicat beilegen wiedergegeben haben, und nicht: »dass wir im Rechte wären, die Ursachen zu leugnen, wenn es möglich wäre, dass Gott ohne Wissen ein Wissender sein könnte« (Frankl S. 29).