Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 705 (sequence 4)
- Language
- German
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Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 705 herausbringen möchte. Auf den Einwand, was es denn darauf ankomme, ob man den Ausdruck Sifa oder Chal gebrauche, der Sinn bleibe doch derselbe und die Consequenzen, welche die Ansicht der Kilabija — einer von Josef bekämpften Sekte der Sifatija — treffen, träfen auch die andere, erwidert er, es verhalte sich nicht so wie der Gegner behaupte. Oftmals gelinge es nicht, für den Gedanken einen adäquaten Ausdruck zu schaffen; anstatt sich an den äusseren Schein zu halten, hätte der Gegner mehr in den Sinn eindringen müssen. Der offenkundige Sinn des Ausdruckes Sifa, welcher Gott beigelegt werde, verlange mit Notwendigkeit die Annahme eines Er״ kennbaren und Unterscheidbaren, da die Kilabija das Wissen Gottes auf eine Ursache zurückführen und sagen,, dass, wenn es möglich wäre, dass Gott ohne Wissen wisse, es auch in Bezug auf die Menschen möglich sein müsse. So aber, wendet Josef ein, verhalte es sich nicht, denn es bestehe in dieser Beziehung ein Unterschied zwischen Gott und den Menschen. Beim Menschen müssen wir bloss darum ein Wissen als Ursache seines Wissens annehmen, weil wir auch aufhören können, Wissende zu sein, und weil das Wissen als in der Zeit entstanden einer Ursache bedürfe. Anders bei Gott, der von Ewigkeit her ein Wissender ist. Wenn nun die Kilabija trotzdem behaupten, dass Gottes Wissen weder Gott selbst, noch von ihm ver« schieden sei, obwohl sie das Wissen als die Ursache, dass er ein Wissender sei, annehmen, so befinden sie sich in einem Widerspruche mit sich selbst. Wir aber reden von Zuständen in einem ganz anderen Sinne. Denn wir behaupten nicht, dass die Zustände etwas Erkennbares seien; denn wären sie etwas Erkennbares, so müssten sie entweder existieren oder nicht existieren; sondern wir sagen: Gott wird mit seinen Zuständen erkannt1).!) Vgl. Frankl a. a. o. Die Worte ,ולכן יאמרו כי לא עבר שיחיד ית״ש יודע לא בידיעה היה יתכן עליכם sind so zu übersetzen, wie wir sie Monatsschrift, 48. Jahrgang. 45