Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 703 (sequence 2)
- Language
- German
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Nominalismus 11. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 703 nur eine Begründung seines Standpunktes diesem gegenüber. Der Verstand, heisst es, erkennt mit Notwendigkeit einen Unterschied an zwischen der Erkenntniss des Wesens schlechthin und der Erkenntniss desselben als eines so und so qualificirten. Ebenso wird dann weiter gesagt: dass der Wissende wissend sei, ist ein Zustand, welcher eine Eigenschaft ist, neben seiner Existenz als einer Wesenheit;, das heisst: was man unter der Eigenschaft versteht, ist etwas anderes als das, was man unter dem Wesen versteht; und ebenso verhält es sich damit, dass er mächtig und lebend ist. Wir erkennen in alledem nur einen Grund, warum Abu Haschim nicht der Ansicht Gubbais beitreten kann. In der Tat konnte Jemand, der die Existenz selber von den Dingen trennte und als besonderen Begriff setzte, sich nicht zu der Ansicht bekennen, dass das Wesen mit den Attributen und diese unter einander trotz der grossen Verschiedenheit der Bedeutung identisch seien. «Zu gestehen, dass es zwei Ausdrücke gebe und dabei doch nur Eines setzen, ist doch äusserst lächerlich» heisst es im Sophisten1), und dies ist es in einem gewissen Sinne, was Abu Haschim betont. Hingegen sehen wir in diesen Worten nichts, wodurch sich Abu Haschim von den Sifatija unterschiede. Dementsprechend muss auch der Satz verstanden werden, dass nach Abu Haschim Gott wissend sei seinem Wesen nach in dem Sinne, dass ihm ein Zustand als eine Eigenschaft zukomme, welche erkennbar sei ausser dem, dass er ein 13 S. 244 : To TS Suo ÖVOJ/.OCTGC OacAoYStV £tva& JJL7)SsV ׳frsjASVOV■ ׳tsXyiV sv XÄW. y^Xocgtov. Überhaupt musste die Art und Weise, wie Plato diejenigen widerlegt, welche zwei Prinzipien annehmen, indem er einwendet, dass nach dieser Annahme jedenfalls noch ein Drittes, nämlieh das Sein sich ergeben müsse, und ebenso der ähnliche Einwand gegen die Eleaten, denen gegenüber er meint, dass man zwei Prinzipien habe, nicht Eines, sobald man von dem Einen das Sein aussage — es musste, sagen wir, dies alles Abu Haschim bestimmen, der Ansicht zu widersprechen, dass so verschiedene Begriffe, wie Wissen,. Macht und Wesenheit nur Eines seien.