Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 702 (sequence 1)
- Language
- German
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702 }tominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen. Von Dr. S. Horovitz. (Schluss). Wir gehen nun zur Ansicht Abu Haschims hinsichtlieh der Eigenschaften Gottes über. Die Frage, wie diese Ansicht mit der Chal-Theorie Zusammenhänge, kann nach dem, was bisher auseinandergesetzt worden ist, kaum noch aufgeworfen werden. Der Satz nämlich, dass die Begriffe sind und nicht sind, will ja eben nichts anderes besagen, als dass jeder Begriff etwas bestimmtes für sich ist, dass er nur das ist, was der Name aussagt, von allem anderen aber verschieden ist, und gerade darum handelt es sich ja bei der Frage von den Eigenschaften Gottes. Auch das Wissen Gottes ist nach Abu Haschim nur das Wissen, nicht aber die Macht, das Wesen u. s. w., es ist in einer Beziehung ein Seiendes und in unzähligen ein Nichtseiendes, d. h. es ist vom Wesen, der Macht und unzähligen anderen Dingen verschieden, und das Gleiche gilt vom Wesen Gottes und den anderen Attributen. Man muss nun, um die Gründe, welche Abu Haschim für seinen Standpunkt in Bezug auf die Eigenschaften Gottes beibringt, richtig zu verstehen, sich über die verschiedenen Ansichten, die seinem Standpunkte entgegengesetzt sind, orientiren. Es kommen in Betracht die Ansicht der liberalen Mutakallimun, welche wie Gubbai und Andere, die Eigenschaften Gottes als mit seinem Wesen und unter einander identisch, und die abweichende Ansicht der Sifatija, welche die Eigenschaften Gottes als von seinem Wesen und von einander verschieden erklärten. Wir legen nun auf den Gegensatz Abu Haschims zu Gubbai den Nachdruck und sehen in allem, was er vorbringt, zunächst