Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 676

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Die Familie Aboab
Date
1904-11-01
Page
Seite 676 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829786-2885793--33243-2885859
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

676 Die Familie Aboab. Augen alle Zeitereignisse und zeigte für alle literarischen Erzeugnisse, soweit sie das Judentum betrafen, ein lebhaftes Interesse1). 1689 besuchte ihn R. Zwi Aschkenasi auf seiner Durchreise in Venedig und fand in seinem Hause gastliche Aufnahme2 3). Schon dem 80. Lebensjahre nahe, legte sich Aboab wegen eines Vergehens, das er sich nach seiner Meinung hatte zuschulden kommen lassen, eine freiwillige Verbannung aus seinem Wohnorte auf. Nach würdiger Vorbereitung und ernsten Mahnungen an seine Kinder, Schüler und Gemeindemitglieder schloss R. Samuel Aboab nach siebentägiger Krankheit am 1. Elul (22. August) 1694 im 84. Lebensjahr die Augen zum Todes- Schlummer. Eine Trauerrede über ihn hielt Benjamin Kohn, Rabbiner in Reggio8). Eine Elegie von Josua b. David Levi, Rabbiner in Venedig, wird von Nepi (S. 173) erwähnt4). Von seinen hinteiiassenen Schriften ist zunächst שרת דבר שמואל (Venedig 1702) zu nennen, das sind seine Rechtsbescheide, die seine Söhne zum Druck beförderten. Die Einleitung enthält eine ausführliche Lebensbeschreibung des Samuel Aboab, von seinem Sohne Jakob, dem Herausgeber, verfasst, sowie den letzten Willen Samuels an seine Kinder unter dem Titel משמרת הקדש. Das Werk selbst enthält 377 Rechtsbescheide, die Aboab teils von Verona, teils von Venedig aus bis nach London und Safed schickte. Sie sind in gewöhnlicher Briefform abgefasst; mit Aus- 9 In der Revue des Etudes juives, XII, p. 301, ist Aboabs Korrespondenz mit Isaak Cordoso mitgeteilt, als dieser ihm sein Werk Las exelencias de los Hebreos (Amsterdam 1679) zuschickte; Aboabs Antwort datiert Venedig, 22. Ab 5439 (31. Juli 1679); vgl. hierzu Graetz, Geschichte. X, 297; Kayserling Bibi. p. 34; Sephardim p. 193. 2) Vgl. שרת חכם צבי Nr. 42; David Kahana מגלת ספר S. 9. 3) Vgl. dessen גבול בנימין (Amsterdam 1727), II Nr. 47. 4) Vgl. Cat. Bodl. Nr. 6040.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.