Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 669

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Die Familie Aboab
Date
1904-11-01
Page
Seite 669 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829786-2885793--33236-2885852
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Die Familie Aboab. 669 Namen seiner Mutter, zumeist Isaak Aboab da Fonseca1) genannt wird. Seine Biographie findet sich bei Henriques de Castro2) (S. 69) und neuerdings in der Zeitschrift Hagoren (III, 155). Er ist ein Nachkomme des oben genannten Isaak Aboab II. und wurde im Jahre 1605 in Castro-Dayro (Portugal) geboren. Sein Vater David verliess mit seiner Gattin Isabel da Fonseca, die bei der Geburt ihres einzigen Sohnes Isaak im 51. Lebensjahre stand, die portugiesische Fleimat, um den Schrecken der Inquisition zu entgehen, und wandte sich, nach einem kurzen Aufenthalte in Spanien, nach Amsterdam. David starb bald darauf in der Vollkraft des Mannesalters und die Mutter brachte ihren siebenjährigen Sohn Isaak in das Lehrhaus des Isaak Usiel, wo er sich, in Gesellschaft des R. Menasse b. Israel, in jiidischem und profanem Wissen ausbildete. Seine Studien hatten einen glänzenden Erfolg, so dass er im Jahre 1626 als Einundzwanzigjähriger zum Chacham der Gemeinde Bet Israel ernannt wurde3). In dieser Eigenschaft war er Mitglied des Rabbinatskollegiums, dem ausser ihm Saul 9 Die Familie Fonseca blühte in Amsterdam und Hamburg. Abraham da Fonseca, Vrf. von עיני אברהם (Amsterdam 1627—1628 in der Druckerei des Daniel da Fonseca) wurde später Chacham der portugiesischen Gemeinde in Glückstadt und kam von da nach Hambürg, wo er als Chacham der Synagoge Keter Tora angestellt wurde und 1671 starb. Zu seinen Nachkommen zählten verschiedene Ärzte, die in Hamburg lebten und dort starben; vgl. Mtschr. 1868, S. 151; Grunwald, Portugiesengräber, S. 103 ff. 128. Auch in Surinam Hessen sich Fonsecas nieder. Das erste in Amsterdam gedruckte hebräische Buch, Aldabis שבילי אמונה, ging 1627 auf Kosten von Abraham Kohen Henriques und Daniel da Fonseca aus des Letztem Druckerei hervor; die Korrektur wurde von Abraham da Fonseca besorgt; vgl. Stein- Schneider, Hebr. Bibi. Ii, 4; Cat. Bodl. 628&2. 2) Auswahl von Grabsteinen auf dem Niederländisch-Portugiesich-Israelitischen Begräbnissplatze zu Ouderkerk an den Amstel. Leiden 1883. 3) Zu dem von Menasse b. Israel verfassten und 1628 herausgegebenen Buch ,פני רבד, einem Schlüssel zum Midrasch Rabba, schrieb Isaak Aboab eine Empfehlung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.