Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Die Familie Aboab
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 668 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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668 Die Familie Aboab. bar sind seine Notizen über die Schicksale der aus Spanien und Portugal vertriebenen Gelehrten (p. 291—296). Sein Werk wird rühmend erwähnt von Isaak Cardoso (s. Wolf I, p. 948), Samuel Jachja (s. Wolf III p. 1788), Samuel Aboab (RGA. Nr. 152), David Nieto (Matte Dan Anf.), Mose Chagis (Mischnat Chachamim Nr. 626) u. a. Immanuel Aboab beabsichtigte auch, einen immerwährenden Kalender nebst einem geographischen Werke herauszugeben (p. 105): ebenso dachte er daran, sich nach Palästina zu begeben und daselbst ein Fortalitium vel propugnaculum veritatis (Verteidigung der Wahrheit) zu schreiben, in welchem er die Grundlosigkeit aller Angriffe gegen den Talmud und die Unwissenheit oder Bosheit der Angreifer beweisen wollte1) (p. 263). Bei Gelegenheit eines — erdichteten — Dialogs zwischen ihm und einem Christliehen Geistlichen kommt er auf die Proselyten zu sprechen und sagt, wie er die Behauptung Philos (de caritate Ende), dass im allgemeinen die Proselyten den Abschaum der Glaubensgenossenschaft ausmachten und es durch ihr Leben bewiesen, durch eigene Erfahrung als wahr befunden habe, und dass er darüber ein besonderes Buch: »Herrschaft der Vernunft« schreiben möchte (p. 239). Ein zu früher Tod scheint alle diese Pläne vereitelt zu haben; auch ist zu bedauern, dass die Nomologia von Späteren so wenig beachtet wurde. Nach Portugal führen auch die Spuren eines andern Isaak Aboab, der Isaak Aboab III., oder, nach dem 9 Eine interessante Probe gibt er p. 261. Der Karmelitermönch Thomas Bratiensis sagt in seinem Werke »De salute omnium gentium procuranda« (wo er übrigens alles, was er über den Talmud sagt, aus der Bibi, des Sixtus Senensis geschöpft) p. 199, der Talmud halte es für ein sehr wohlgefälliges Werk, wenn jemandseine Tochter o der seine Schwester heirate »Ordine 3, Tract. 1«, was auf ein Missverständnis der Stellen Jebam. 62b und Sanhedr. 76b beruht, wo es als verdienstlieh bezeichnet wird, wenn man die Tochter der Schwester heiratet.