Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Die Familie Aboab
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 667 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829776-2829786-2885793--33234-2885850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Familie Aboab. 667 Die Nomologia, mit welcher der Verf. bezweckte, die in Frage gestellte Echtheit des mündlichen Gesetzes zu erweisen1), zerfällt in zwei Bücher. Das erste spricht im allgemeinen über Notwendigkeit und Beschaffenheit des mündlichen Gesetzes, und zwar über Willensfreiheit, Offenbarung, Vollkommenheit des Gesetzes und Unvermögen der Menschen, es zu verstehen (c. 1—3); Notwendigkeit des mündlichen Gesetzes wegen scheinbarer Widersprüche im schriftlichen Gesetze; Lösung dieser Widersprüche; Unmöglichkeit der Befolgung vieler Vorschriften ohne Kenntnis des mündlichen Gesetzes (c. 4—15); alte und neue Chronologie und Beweise für die Richtigkeit der jüdischen Zeitrechnung (c. 16—21); die 13 Auslegungsregeln des R. Ismael (c. 22—25). Das zweite Buch enthält die Geschichte des mündlichen Gesetzes von Mose bis zur neueren Zeit; wie Mose das Gesetz erhielt und lehrte (c. 1—2); Lagerordnung der Israeliten in der Wüste nach kabbalistischer Deutung (c. 3 u. 4); die obenerwähnte Korrespondenz mit Horatio del Monte über das Wesen der Engel (c. 5); Ansichten über Prophetie (c. 6—11); Kette der Überlieferung von Josua bis Esra; das hohe Synedrium und dessen Befugnisse (c. 12—17); Unechtheit des apokryphischen Briefes Jeremiä (c. 18); Übersetzungen und Ausgaben der Bibel (c. IQ); Schicksale des Talmud und Zurückweisung von Anklagen gegen denselben (c. 20—23); Abriss der jüd. Literaturgeschichte bis auf Joseph Karo, meist nach Sefer ha־Kabbala und Juchasin (c. 24—28); Lösung noch einiger Zweifel gegen das mündliche Gesetz und eine Zeittabelle (c. 29 u. 30). Das ganze Werk atmet einen tiefgläubigen Sinn und das innigste Mitgefühl für die in seiner Zeit noch nicht verschmerzten, kurz vorhergegangenen Leiden Israels. Schätz- (p. 99); doch scheint er von dem kopernikanischen System nichts zu wissen (p. 10). ג) Vgl. Hirsch, Jeschurun IV, 566 ff.; V, 643 ff.