Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Die Familie Aboab
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 666 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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666 Die Familie Aboab. zurückgelegt hatte, noch einen älteren Sohn Abraham. Dieser lebte unter dem Schutze des portugiesischen Königs in Porto und erzog in seinem Hause sein früh verwaistes Enkelkind Immanuel Aboab (geb. c. 1555), dessen Vater wahrscheinlich jener Isaak ist, der in der Nomologia p. 307 erwähnt wird. Als jedoch die Inquisition auch in Portugal ihre Fangarme ausstreckte, begab sich Immanuel nach Italien und fand nach vielfachen Wanderungen in Venedig im Hause von Verwandten freundliche Aufnahme. Hier hielt er 1603 vor dem Senat und dem Dogen Grimani eine mit vielem Beifall aufgenommene Rede über die Treue der Juden (Nomol. p. 200); seines Aufenthaltes in Reggio gedenkt er das. p. 310 und jenes in Pisa p. 203. Im Jahre 1607 hielt er einen Vortrag vor Horatio del Monte, dem General der Republik Venedig1). Von seinem talmu״ dischen, kabbalistischen, linguistischen2), philosophischen3) und astronomischen-) Wissen zeugt das Werk Nomologia o discursos legales, das er zwischen den Jahren 1615 und 1625 in spanischer Sprache abfasste. Erst auf das Drängen seiner Freunde entschloss er sich, das Buch in die Öffentlichkeit zu geben. Es war ihm jedoch nicht beschieden, dieses zu erleben; er starb 1628; auf Kosten und durch die Fürsorge seiner Erben konnte im folgenden Jahre das wertvolle Buch in Amsterdam erscheinen. Zeitgenossen Isaak de Leon wird Isaak Aboab auch im ם׳ הרדים von Elasar Askari (Venedig 1601) p. 22 b erwähnt. 0 Eine Korrespondenz zwischen diesem und Immanuel ist Nomol. p. 143—157 abgedruckt. 2) Ausser hebr., span, und ital. schreibt er auch geläufig latein; des Griechischen gesteht er selbst (p. 241) unkundig zu sein. s) Er erwähnt häufig Plato (p. 25), Aristoteles (p. 24, 25, 51; »el philosopho« p. 16), Philo (p. 13, 25, 26), Maimuni (p. 24, 72), Jeh. Abarbanel (p. 25, 72) u. s. w. Er gibt eine Geschichte des Kalenders nach Firmicus, Macrobius, Sensorinus und Beda (p. 76—80), gedenkt J. Moletio: de correctione calend. (p. 88), der Ephemer, von Patavino und von Juan Stadio