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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-11-01 · Heft 11-12 (November 1904) · p. Seite 663

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 11-12 (November 1904)
Article
Die Familie Aboab
Date
1904-11-01
Page
Seite 663 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Die Familie Aboab. 663 die innige ungeschminkte Religiosität vorzüglich eignet. Dadurch, dass es eine systematische Zusammenstellung aller auf moralische und religiöse Belehrung hinzielenden Iiaggadas liefert, hat es einen Vorzug vor dem in Bezug auf den Talmud vollständigeren, aber lediglich der Ordnung des Talmud folgenden En Jacob1). ln der Vorrede zu מנורת המאור erwähnt der Verf. noch zwei von ihm geschriebene Werke, nämlich ארון העדות (Lade des Zeugnisses), eine Zusammenstellung aller Gebote, nach dem Dekalog geordnet, mit Stellennachweis aus dem Talmud, sowie einen Kommentar שלחן הפנים (Tisch der Schaubrote) über Gebete und Segenssprüche, in zwölf Abteilungen. Von diesen beiden Arbeiten ist nichts mehr vorhanden2). Bedeutender an Ansehen und Gelehrsamkeit, als der Vorgenannte, ist Isaak Aboab II., der letzte Gaon von Kastilien, zu dessen Schülern und Freunden Don Isaak Abarbanel gehörte3). Er war ums Jahr 1433 geboren und besuchte die Talmudschule des Gaon R. Isaak Campanton4), dessen Amtsnachfolger er wurde. Einige Monate vor der Vertreibung der Juden aus Spanien erbat er für sich und 29 Glaubensgenossen vom König Joäo II. in Portugal die Erlaubnis, in dessen Land sich niederlassen zu dürfen. Die x) Dass Aboab an Nachmanides אגרת הקודש ein Plagiat begangen habe (vgl. 185—181 § מנורת המאור), wird von Einigen behauptet, von Andern bestritten; vgl. Mtschr. III, 234; Brüll Jahrb. II, 166; Steinschneider, Hebr. Bibi. XVI, 89. 2) Ober die Lehrmethode des Isaak Aboab I und seine philosophischen Anschauungen, vgl. הגר ן von Horodetzky, III, 6 ff. 8) Vgl. Joseph Karo in seinem Kommentar zu Maimonides’ Jad ha־chasaka, Kap. 3 der Hilchot Berachot: והעיד ז״ל שלשון זה נשאל בפומבי רבתי של חכמים ושל פופרים ובכללם הנשר הגדול מוהרר״י אברבנאל ז״ל בהיותו לומד בישיבת הרב הגדול מוהרר״י אבוהב דל. 4) Isaak Campanton war der eigentliche Regenerator des Talmudstudiums auf spanischem Boden; vgl. Magazin XX, 160; der dort n. 4 gebrachte Auszug aus Kapsoli beweist zur Genüge, in welchem Ansehen bei seinen Zeitgenossen Campanton stand, den Grätz (Geschichte, YIII, 152) so geringschätzig behandelt.

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