Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1904)
- Article
- Die Familie Aboab
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 664 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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64ר> Die Familie Aboab. Bitte wurde unter ziemlich günstigen Bedingungen gewährt und R. Isaak durfte noch ein halbes Jahr in Ruhe in Porto verbringen, bis er im Monat Adar 1493, sieben Monate nach der Vertreibung, aus dem Leben schied1). Sein Schüler Abraham Sacut, Verf. des Juchasin, hielt ihm eine Leichenrede über Exod. 23, 20. Isaak Aboab hinterliess eine beträchtliche Zahl von Jüngern, die sich bei allen Entscheidungen, die sie trafen, mit Vorliebe als »Schüler des R. Isaak Aboab« bezeichneten. Zu ihnen gehörten Joseph und Schemtob Usiei, Joseph Peso, Samuel Serralvo (sein Schwiegersohn), Jakob Berab u. a. (vgl. Immanuel Aboabs Nomoiogia p. 300). R. Isaak war, wie im RGA. Joseph Trani’s II, 16 erzählt wird, einäugig. Als er einst mit zwei Freunden und einem jungen Schüler ausging, setzten sich die drei Gelehrten auf einen Stein, während der Schüler dem Gebrauche zufolge stehen blieb, und unterhielten sich mit witzigen Einfällen. Als nun der Schüler aufgefordert wurde, ebenfalls einen solchen mitzuteilen, erbat er sich zuvor die Erlaubnis, sich zu ihnen setzen zu dürfen, und als er diese erhielt, sagte er: »Auf einen Stein sieben Augen« (Zach. 3, 9). Dem treffenden Wortspiel zuliebe verzieh Isaak die Verletzung der Ehrfurcht. Isaak Aboab II. verfasste in seiner Jugend das Buch נהר פישק (Strom Pischon), eine Erklärung schwieriger Stellen in Bibel und Talmud, die sein Sohn Jakob in Druck gab. Das seltene Werk, das 1538 in Konstantinopel bei Elieser Soncino gedruckt wurde, enthält am Schluss ein Nachwort des Sohnes Jakob und am Anfang ein Gedicht von Salomo b. Massaitob2) über den Wert des Buches. Ferner schrieb Isaak Aboab einen Superkommentar zu Nachmanides' Pentateuchkommentar, mit diesem zusammen abgedruckt Venedig 1548, Krakau 1587, Wilhermsdorf 1713, 9 Vgl• הנין HL 155, wo selbstverständlich רכ״ג Druckfehler und ר;" כ zu lesen ist. 2) Vgl. über ihn Cat. Bodl. Nr. 6955 und 9123; zum Namen Massaitob vgl, Zunz, Lit.-Gesch. 532 N. 1.