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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-09-01 · Heft 9-10 (September 1904) · p. Seite 598

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 9-10 (September 1904)
Article
Die Juden des Mittelalters in ihrer wirtschaftlichen Betätigung
Date
1904-09-01
Page
Seite 598 (sequence 23)
Language
German
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598 Die Juden des Mittelalters in ihrer wirtschaftl. Betätigung. jn eins gerechnet. Die Rückerstattung der Gesamtsumme unter Abzug eines Viertels sollte spätestens bis zum 2. Febr.!1388 erfolgen, inzwischen sollten 10®/0 Zins berechnet werden, und die ganze Schuld musste durch Grundpfand sicher gestellt werden. Wären wirklich die ausgeliehenen Capitalien mit laufenden Zinsen auch nur annähernd dem Wert des Grundbesitzes der Schuldner gleich gekommen, so würden Güter, Schlösser und Dörfer, die, wie es in der Urkunde heisst, als Unterpfand den Städten gegeben werden sollten, massenhaft ihnen verfallen sein. Der gesamte Adel Schwabens wäre depossediert worden. Das war aber weder beabsichtigt, noch ist es eingetreten. Offenbar nahm man an, dass schon die Erträge der Güter reichen würden, um in der bestimmten Frist die Gelder zurückzuzahlen. Auch bei dem allgemeinen Erlass der Judenschulden von 1390, der zu Gunsten des Adels stattfand, kann es sich nur darum gehandelt haben, den Schuldnern sofortige freie Verfügung über ihre Einkünfte zurückzugeben, von denen sie sonst einen erheblichen Teil vielleicht auf lange Zeit hinaus hätten zur Schuldentildung verwenden müssen. Die ausstehenden Gelder der Nürnberger Juden beliefen sich 1385 ,auf etwa 81.000 Goldgulden1), eine geringfügige Summe im Vergleich zum Wert nicht nur des Bodens in Ostfranken, sondern selbst bloss der grundherrlichen und Hoheitsrechte, die den Schuldnern gehörten; Für Frankfurt veranschlagt ,Bücher2) den Gesamtbetrag der J.üdenschulden, die in den allerdings nicht vollständigen Verzeichnissen von 1391 aufgeführt sind, auf etwa 19.000 fl. Dabei aber meint er:3) *) Städtechroniken, Nürnberg 1, 122 ff. Nach der vollständigen Publikation der Aktenstücke bei M. Stern, Die israelitische Bevölkerung der deutschen Städte. III. Nürnberg.im Mittelalter, S. 253 ff. scheint der gesamte Betrag sich auf 888552/ג fl. zu belaufen, jedoch sind für einen erheblichen Teil der Summe Nürnberger Bürger als Schuldner anzunehmen. 2) Bevölkerung von Frankfurt a. M. S. 580. 3) Ibid. 577.

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