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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-09-01 · Heft 9-10 (September 1904) · p. Seite 586

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 9-10 (September 1904)
Article
Die Juden des Mittelalters in ihrer wirtschaftlichen Betätigung
Date
1904-09-01
Page
Seite 586 (sequence 11)
Language
German
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586 Die Juden des Mittelalters in ihrer Wirtschaft! Betätigung. Übereinstimmung mit den anderen Zeugnissen, wie man sich den Handelsbetrieb dachte. Die Grundlage bildet das Baargeld, die Goldstücke nach orientalischer Währung. Das Kapital vermehrt sich reissend durch oftmaligen Umsatz beim Kaufen und Verkaufen im Umherziehen. Die Grundlage des Handels, den Barvorrat an Edelmetall, haben nun die Juden, wie im Orient, so in Deutschland, sich vornehmlich zu beschaffen gewusst. Was von ihrem Reichtum gesagt wird, bezieht sich auf den Besitz von barem Silber und Gold1). Der Wert des Barbestandes in ihren Truhen mochte gering sein im Vergleich zum Wert von Landbesitz. Die reichsten Leute sind natürlich niemals die Juden gewesen, sondern die Eigentümer des Grund und Bodens; aber der Barvorrat war unbegrenzter Nutzung fähig bei Verwendung im Waarenhandel oder zum Ausleihen. V. Durch die Verfolgungen beim ersten Kreuzzuge sind die Juden in Deutschland schwer betroffen worden, die angesehensten Gemeinden, Mainz, Worms und Köln, wurden fast gänzlich ausgerottet. Die Zahl der in Mainz Erschlagenen soll 1014 betragen haben2). Das Martyrologium3) zählt etwa 550 auf, und einige sind doch mit dem Leben davongekommen. Die Stadt Mainz hatte am Ende des 15. Jahrhunderts noch nicht 6000 Einwohner, und wenn auch deren [Zahl früher etwas grösser gewesen sein mag, so weist doch alles, was wir sonst von der Volkszahl deutscher Städte im späteren Mittelalter wissen4), darauf hin, dass der Prozentsatz des jüdischen Bevölkerungs- 1) Vgl. Annales Egmundani zu 1137 für einen Juden in Regensbürg, M. G. SS. 16, 454, Reg. 226. 2) Reg. 185, vgl. Meyer v. Knonau, Jahrb. Heinrich IV., B. 4, S. 502. 3) Quellen z. Gesch. d. Juden in Deutschi. B. 3, S. 114 ff. 4) Vgl. die Tabelle bei Inama Sternegg, Deutsche Wirtschaftsgesch. B. 3, T. 1, S. 425.

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