Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 573 (sequence 20)
- Language
- German
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Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 573 richten der Späteren sein muss und wie wenigVerständniss man bei ihnen voraussetzen darf, sobald sie über Ansichten referiren, die ihnen vielleicht erst aus zweiter Hand bekannt waren1). Auch eine Stelle bei den lauteren Brüdern verrät eine dunkle Bekanntschaft mit der Chal-Theorie und dem Einwand von einem regressus in infinitum. Es heisst dort: die Behauptung der Philosophen, dass die Substanz Substanz durch sich selbst sei und das Accidenz Accidenz durch sich selbst, bedeutet nicht etwa, dass sie nicht von Gott geschaffen seien. Vielmehr haben die Philosophen diese Ansicht bloss ausgesprochen, weil sie die Dinge und ihre Zustände (Achwal) betrachteten und hierbei fanden, dass einige von ihnen Eigenschaften, andere Träger derselben sind. Sie wollten nur sagen, dass die Verschiedenheit der concreten Dinge, welche die Eigenschaften tragen, ihren Grund in der Verschiedenheit der Eigenschaft habe. So hat die Verschiedenheit des Zustandes (Chal) in dem schwarzen und weissen Gegenstand ihren Grund in der Verschiedenheit der Schwärze und der weissen Farbe, die im Gegenstände sind. Die schwarze und weisse Farbe aber für sich hat den Grund ihrer Verschiedenheit selbst nicht in einer Ursache ausser ihnen, denn sonst würde das ins Unendliche führen. Nur das wollten die Philosophen sagen, nicht aber, dass das Schwarze an sich und das Weisse an sich nicht von Gott geschaffen seien2). Es wird hier das Wort Chal mit!) Dass Schahr. vielfach aus secundären Quellen schöpfte, geht schon daraus hervor, dass er zuweilen an der Richtigkeit der Überlieferung zweifelt. So bemerkt er beispielsweise S. 48 hinsichtlich einer Ansicht Muammars, die ihm gar zu widersinnig schien: »Vielleicht ist diese Überlieferung corrumpirt« *-d Jdiüf 1lX$> 2) Vgl. ed. Dilterici S. 552: ^1 kjl ^id Ugil . . . jyiSl lc\£> £+av XwäaJ (jüy XvwJld Lq yic; dl ürtfcj L$J <w^]L3 L4j1^ 1 lyi5