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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-09-01 · Heft 9-10 (September 1904) · p. Seite 571

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 9-10 (September 1904)
Article
Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
Date
1904-09-01
Page
Seite 571 (sequence 18)
Language
German
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Nominalismus 11. Realismus bei den arab. u. jiid. Religionsphil. 571 entgegengesetzte Dinge etwas Gemeinschaftliches haben, dieses Gemeinschaftliche als ein Drittes ausser ihnen Liegendes gesetzt werden muss, so dass nur durch Teilnahme an diesem Dritten ihnen jenes gemeinschaftliche Praedicat zukommt, wie beispielsweise der Bewegung und Ruhe das Sein nur zukommen soll durch Teilnahme an dem Begriffe des Sein’s, der als Besonderes für sich gesetzt wird. Dagegen wurde eingewendet, dass demnach, da der neu gewonnene Begriff des Seins von den beiden ersten verschieden, und doch in Bezug auf das Sein ihnen ähnlich ist, ein vierter höherer Begriff gesetzt werden müsste, andern alle drei Teil haben, und dieses Verfahren müsste sich in’s Unendliche wiederholen1). Es ist ungefähr der bekannte Einwand gegen die platonische Ideenlehre, der sich bei Aristoteles und im Parmenides in verschiedener Form findet2). Hier nun bietet sich uns ein neuer Beweis dar, dass die Chal-Theorie auf den Sophisten zurückgeht, wenn man die Darstellung, die Schahr. von den Ansichten Muammars gibt, vergleicht. Dem Muammar wird die Behauptung zugeschrieben, dass die Bewegung von der Ruhe nicht ihrem Wesen nach, sondern durch einen Begriff verschieden sei, der die Verschiedenheit notwendig mache, und dass eben so die Verschiedenheit zweier ähnlicher Dinge und ihre!) Es ist interessant zu sehen, wie Ackermann, das Christliche in Plato S. 183 ganz unabhängig von den Mutakallimun auf einen ähnlichen Gedankengang gerät. Ist das Nichtsein ein Verschiedensein vom Sein, so steht ihm nicht das Sein schlechthin, sondern das Nichtverschiedensein vom Sein gegenüber, das ist das Sein des Seins; so bedingt das Eine Sein die beiden Gegensätze und begreift sie in sich, das Sein des Seins und das Nichtsein des Seins, das Werden. 2) Vgl. Aristoteles Metaph. 991a 21 und Parmenides S. 132: (V auT0 T0 piyoc za.l t t a. uz 7 ך. Ix, aÜTco<; ty! S7ÜL 7TXVTCC U$Y)C, OUJTt SV TL GCÜ uA^fTi Cpa.VStTOU, Cp TÄUTX TüdvTZ avayzY] cpcävsG$ca; ,'Eolzsv. ,'AXXo apa. siSo«; p.sYS'ö'O’jc ava.cpccvTiG-STa.L, ׳rap’ auT0 to [)A'(zd'0<; 0*'0ך5ך<; *cd toc usts^ovtcc auTOü. In anderer Form kehrt dann derselbe Einwand S. 132 gegen Ende wieder.

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