Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 569 (sequence 16)
- Language
- German
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Nominalismus u. Realismus bei d,en arab. u. jiid. Religionsphil. 569 nicht nicht-existirend, aber andererseits auch nicht existirend, denn sie ist zugleich schwarz und weiss, schwarz und weiss, aber existiren nicht zugleich. Folglich muss die Farbe in einem Modus oder Zustand sein, der in der Mitte liegt zwischen der Existenz und Nichtexistenz1). Der erste Beweis ist völlig unverständlich, der zweite ist bloss im erstem Teile richtig geführt, im zweiten aber, wie man merkt, äusserst gezwungen, es wird das Sein der Farbe, nicht aber das Nichtsein, erwiesen. Wir haben gesehen, wie Plato den Beweis dafür führt, dass jeder Begriff in vielen Beziehungen ein Seiendes ist, insofern ihm das Sein der Begriffe zukommt, an welche er Teil hat, in unzähligen Beziehungen aber ein Nichtseiendes, insofern er von jenen Begriffen selbst, wie auch von denen, an welchen er nicht Teil hat, verschieden ist2). Plato stellt den Begriff des Seins selbst den Gegensätzen der Ruhe und Bewegung gegenüber und der Sinn ist sofort klar, während bei dem Beispiel Al-Razi’s die Pointe nicht sogleich in die Augen springt. Er verwirrt sich aber noch mehr und kann den Beweis nicht zu Ende führen, weil er sich nicht darüber klar ist, was zu beweisen ist. Es ist nicht zu beweisen, dass den allgemeinen Begriffen wed e r ein Sein noch ein Nichtsein, sondern ein Mittelding zwischen beiden zukomme, *) Carra de vaux a. a. O.: »Le especes sont des quiddites qui ont en com mim le genre, par exemple le noir et le blanc sont associes sous le genre couleur. Cette association n’est par purement dans Ies mots; si eile n'etait que dans les mots on pourrait tout aussi bien associer le noir et le mouvement, mais on sent qu' on ne le peut pas. La couleur n’est. donc pas non existante; mais d’autre part eile n’est pas non plus existante, car eile est ä Ia fois le noir et le blanc, et le noir et le blanc n'existent pas a la fois. II faut donc qu’elle soit, dans un mode ou etat intermediaire entre Petre et le non־etre«. Viel weniger verständlich ist dieser Beweis bei Schmölders S. 152 wiedergegeben. 2) Sophist S. 256: Uspt sxacrsrov apa t&v s&föv t&oTiu piv SCTL TO ov, arcstpov Ss 7׳vX71l)־S& TO p/?| ov.