Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 565 (sequence 12)
- Language
- German
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Nominalismus u, Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 565 scheidet, um es dann wiederum drittens in der Bedeutung von »Gattung« zu gebrauchen. Was besagt nun aber die Formel vom Sein und Nichtsein der Begriffe? Hier ist der springende Punkt, von welchem das Verständniss der ganzen Theorie abhängt. Nicht in ein und derselben Beziehung wird von den Begriffen Sein und Nichtsein ausgesagt, sondern in verschiedener. Die Worte bedeuten keineswegs was man darin gefunden hat, eine Vermittlung zwischen Nominalismus und Realismus, wonach den Begriffen gleichsam nur eine geschwächte Realität zukäme. Vielmehr werden wir in den Worten nur den platonischen Gedanken wiederfinden, dass jeder Begriff zugleich ein Seiendes und Nichtseiendes sei: ein Seiendes insofern er am Sein teil nimmt, zugleich aber ein Nichtseiendes, zunächst insofern er vom Begriffe des Seienden selbst verschieden ist, also das Seiende selber nicht ist, im weitern Sinne aber weil er von allen anderen Begriffen sowohl von denen, mit welchen er sich verträgt, als auch von denen, welche er ausschliesst, verschieden ist, Vieles also nicht ist. Ja vom Seienden selber gilt, wie wir am Schluss der Dar- Stellung Schahr/s erfahren, dass es zugleich ein Nichtseiendes ist, ganz so wie wir dies bei Plato lesen. Mit anderen Worten: nicht um die Frage von Nominalismus und Realismus handelt es sich in dem Satze Abu Haschims in erster Reihe, sondern um die Gemeinschaft und Differenz der Begriffe. Jene Frage kommt blos insofern in Betracht, als Abu Haschim den Realismus voraussetzt. Ja er geht in seinem Realismus soweit, dass er selbst die Verschiedenheit, das Nichtseiende an jedem Begriffe wie ein Reales, wie eine positive Eigenschaft behandelt1). *) Obgleich, wie es scheint, die richtige Auffassung der Chal- Theorie bereits dem Schahr. abhanden gekommen war, lässt sich doch noch eine Stelle nachweisen, welche den platonischen Gedanken vom Sein und Nichtsein der Begriffe wiedergibt. Schmölders a. a. O. S. 148 heisst es: Les entites sont, selon l’avis unanime des savants,