Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 564 (sequence 11)
- Language
- German
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564 Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. ob man bei einer genaueren Prüfung die Ansichten Platos in den Lehren Abu Haschim* s wieder finden kann, und ob unter der Voraussetzung, dass der Sophist die Vorlage Abu Haschim’s war, die aufgeworfenen Schwierigkeiten schwinden. Wir haben die Frage aufgeworfen, auf welche Weise die Achwal zur Bedeutung »allgemeiner Begriff« gekommen sein mögen. Denken wir nun an den Sophisten als Quelle Abu Haschim’s. Für Bewegung, Ruhe und Sein konnte doch wohl keine passendere Bezeichung gefunden werden als Achwal, Zustände. Es ist nun denkbar, dass Abu Haschim von diesen drei obersten Begriffen ausgegangen, dass er diese als Achwal und zugleich mit Plato als ylvo oder stS71 als Gattungsbegriffe bezeichnete, und dass die Späteren dann seine ganze Theorie danach benannten und den Namen Achwal allgemein in der Bedeutung von »Gattungsbegriff« gebrauchten. Ja es ist möglich, dass Abu Haschim selbst die Bezeichnung Achwal auf alle Begriffe übertrug, und man braucht dabei diese Uebertragung nicht als eine blosse Willkür aufzufassen, sondern dieselbe lässt sich tiefer begründen. Der Begriff, um den es sich bei der ganzen Untersuchung handelt, ist der Begriff des Seins, er ist der umfassendste Begriff, er ist es, der sich mit allen verbindet, ihm gegenüber erscheinen alle anderen als seine besonderen Unterarten. Als solche bezeichnete nun Abu Haschim alle als Achwal, als besondere Formen des Seins, was um so näher lag, als für die von Plato behandelten Begriffe des Seins, der Ruhe und Bewegung eine richtigere Bezeichnung gar nicht gefunden werden kann. Da wir nun gesehen haben, was vielleicht der Ausdruck Achwal ursprünglich bezeichnete und auf welche Weise er zur allgemeinen Bedeutung »Begriff« gekommen sein mag, werden wir uns nicht mehr durch die schwankende Darstellung Schahr.’s irre machen lassen, der das Wort bald mit »Eigenschaft« gleichsetzt, bald davon unter■״