Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 562 (sequence 9)
- Language
- German
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562 Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. unmittelbar in Beziehung steht. Bewegung und Ruhe, heisst es, sind einander entgegengesetzt, und gleichwohl wird von beiden das Prädikat des Seins ausgesagt. Also muss der Begriff des Seienden als ein Drittes gesetzt werden, an dem beide Gemeinschaft haben, ohne jedoch das Seiende selber zu sein1). Hiermit ist zugleich die Ansicht derjenigen widerlegt, welche, wie Antisthenes, behaupten, dass man keinem Subjekte ein von ihm selbst verschiedenes Prädicat beilegen dürfe, weil es nicht statthaft sei, Eines als Vieles und Vieles als Eines zu setzen, weshalb man nicht sagen dürfe, der »Mensch ist gut«, sondern nur der »Mensch ist Mensch«, das »Gute ist gut«. Allein, heisst es weiter, wenn man eine Verknüpfung der Begriffe über־ haupt nicht zulasse, dann gäbe es gar keine Rede und dann könnte man ferner auch das Sein nicht von der Bewegung oder Ruhe und von anderen Begriffen aussagen. Da aber Alle zum mindesten genötigt sind, das Sein zu gebrauchen und mit anderen Begriffen zu verknüpfen, so ergibt sich mit Notwendigkeit, dass die Begriffe wohl eine Verbindung mit einander eingehen können. Doch verhalten sich nicht alle Begriffe zu einander in gleicher Weise. Gewisse Begriffe, wie beispielsweise Ruhe und Bewegung, schliessen einan־ der aus, andere vertragen sich, der Begriff des Seins ist derart, dass er sich mit allen verbindet und gleichsam das Band ist, welches die anderen zusammenhält. Es verhält sich damit wie mit den Buchstaben, von denen einige sich zusammenstellen lassen, andere nicht, während die Vocale wie ein Band durch alle hindurch gehen. Sache der Wissenschaft ist es, das Trennen nach Gattungen in der richtigen Weise vorzu- 0 S. 250: >t1v7)cr1v '/-cd <n־a<7tv dp’ otfz svavTw&TaTa!Xsyst? c/jOcr\\01c;.x.cd |X7)V sivod ׳ך£ opiodo? cpr!? aacpOTepa ccutoc xod saaTspov.Tpfoov apa ׳u ׳rcapa TauTa to ov sv ty| <j;u)r?) tt.\)־£t?, סלס?גס* SX.0LVOU tv5v T£ 0־t in iv 7-cd tv)v XLVTjcrtv Trspis^ojjiivTjv, G־uXXaß(j1>V 3tal am5<S>v autg&v ~pö? ty!v t7)? ouo£a? */.OlVO)VlOCV, OUTCö? stvat 7cpo<yeT7ra? dpicpGTspa.