Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 559 (sequence 6)
- Language
- German
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Nominalismus u, Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 559 weder gewusst noch nicht gewusst werden, d. h. fügt Schahr. erläuternd hinzu, für sich werden sie als solche nicht erkannt, sondern nur mit dem Wesen1). Man erkennt in diesen Worten sofort die von Maimuni mitgeteilte Ansicht wieder, aber zu der bereits im Anfänge erwähnten Unklarheit des Aus־ druckes gesellt sich eine neue. Es lässt sich schlechterdings nicht einsehen, welcher Zusammenhang zwischen dieser Ansicht und der vorangehenden über die Attribute Gottes bestehe, und doch kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dass ein solcher vorhanden sein muss2). Es sei nun noch kurz auf die weitere Ausführung bei Sch. verwiesen. Zur Begründung seiner Ansicht soll Abu Haschim geltend gemacht haben, dass die Vernunft mit Notwendigkeit einen Unterschied annehme zwischen der Erkenntniss eines Dinges schlechthin und der Erkenntniss desselben als eines so und so beschaffenen. Wer daher das Wesen erkenne, erkenne darum noch nicht, dass er (nämlich Gott) wissend sei, und wer die Substanz erkenne, erkenne darum noch nicht, dass sie einen Raum einnehme und Accidenzen an sich trage. Ebenso erkenne der Mensch zweifellos, dass die Dinge in irgend einer Bestimmung gleich, in einer andern verschieden seien, und er wisse auch mit Notwendigkeit, dass das, worin sie gleich seien, verschieden von dem sei, wodurch *) Salr. S. 56: 1צ צ ^צ^£>( olüJf Jo cJyü 1 צ§JLj=> (^! צ^ Nach scheinen die Worte צ^ ausgefallen zu sein, und demgemäss haben wir übersetzt. 2) Carra de vaux. Gazzali S. 122 sagt: »Quelque obscure que cette doctrine (nämlich von den Achwal) semble tout d’abord, on voit assez clairement, apres un premier examen qu’elle se divise en deux parties: la premiere touchant les modes en Dieu, qui sont a peu pres ses qualites en puissance et ne peuvent guere etre compares qu’ä des hypostases; la seconde, touchant les modes dans le monde et ces modes-ci sont des etats du possible qui, au fond, ne sont autre chose que les universaux«. Welcher Zusammenhang zwischen beiden Ansichten besteht, auf diese Frage erhalten wir keine Antwort.