Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1904)
- Article
- Nominalismus und Realismus bei den arabischen und jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 555 (sequence 2)
- Language
- German
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Nominalismus u. Realismus bei den arab. u. jüd. Religionsphil. 505 er erläuternd hinzufügt, weder existiren noch nicht existiren1), was, wie wir sogleich aus Sch. erfahren werden, die Ansicht Abu Haschims ist. Im Hinblick auf die äusserst verworrene Darstellung Sch/s ist es vielleicht am Platze, gerade von diesem Citat Maimunis auszugehen. Wir erfahren wenigstens so viel mit Bestimmtheit, dass unter dem befremdlichen Ausdrucke »Zustände« die allgemeinen Begriffe zu verstehen sind. Ebenso sagt Al-Gazzali, die Mutakallimun nennen Achwal, was die Philosophen allgemeine Begriffe nennen2). Was die Behauptung selbst betrifft, so scheint sie Maimuni dahin verstanden zu haben, dass man den allgemeinen Begriffen weder die Existenz gänzlich absprechen noch auch im eigentlichen Sinne zuschreiben könne, dass ihnen vielmehr ein Mittleres zwischen diesen beiden Gegensätzen zukomme, — eine Behauptung, die allerdings recht absurd erscheint. Eine andere Auffassung ist nach der Darstellung Maimuni’s nicht gut möglich. So bemerkt auch Munk z. St. (S. 185 A. 2), man ersehe aus der mitgeteilten Ansicht, dass die berühmte Streitfrage, ob den Universalien ein Sein zukomme oder nicht, welche in der christlichen Scholastik eine so grosse Rolle spielte, auch die arabischen Denker beschäftigte, wenn sie auch im Kreise derselben nicht eine so nachhaltige Bewegung und einen tiefgehenden Zwiespalt wie innerhalb der christlichen Welt hervorrief. Zwischen den extremen Standpunkten des entschiedenen Nominalismus und des Realismus nahm demnach die von Maimuni angeführte Ansicht eine vermittelnde Stellung ein, während Maimuni selbst als consequenter Aristoteliker an einer anderen Stelle (Moreh III, 18) ganz unzweideutig seine Ansicht dahin äusserte,dass den Universalien ausserhalb des Geistes gar kein Sein zukomme. Soweit Munk. Die grossen Schwierigkeiten, welche die Chal-Theorie bietet, ודדא מתל קול אצרי] אלאחואל ירירון בדלך אלמעאני אלכליד, ליפת ף .מוגודד, ולא מעדומה 2) Tahafut p. 73.