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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 497

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-07-01
Page
Seite 497 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Heinrich Graetz. Ein Lebensbild. 497 Oktober 1888 zu ihrem Ehrenmitglied in der historischen Abteilung ernannte. Wunderbar war bis zuletzt die Frische und Elastizität seines Körpers und Geistes, an welcher die Jahre fast spurlos vorüberzugehen schienen und ebenso erstaunlich seine unverwüstliche, ausserordentliche Arbeitskraft, wie seine schriftstellerische Fruchtbarkeit. Selbst als er bereits seine volle Kraft auf die exegetischen Arbeiten konzentriert hatte? ermüdete er nicht, die überall zerstreuten, in allen Kultursprachen auftauchenden Forschungen, welche der jüdischen Wissenschaft galten oder irgend welche, sei es noch so entfernte, Beziehungen zu ihr aufwiesen, mit gespannter Aufmerksamkeit zu verfolgen, dieselben auf ihre Resultate sorgfältig zu prüfen und die gewonnenen Ergebnisse immerdar zur Bereicherung und Berichtigung einer neuen Auflage seiner Geschichte zu verwerten, oder, wenn es ihm genügend wichtig dünkte, in einem besonderen Aufsatz niederzulegen. Denn ausser seinen geschichtlichen und exegetischen Werken, welche schon durch ihre stattliche Zahl wie durch ihren äusseren Umfang überaus bedeutsam erscheinen, hat er nebenhin zahllose Abhandlungen und Programmarbeiten über die verschiedensten Themata veröffentlicht. Unter den Aufsätzen gibt es wahre Perlen, Muster von stylistischer Klarheit und gründlicher Gelehrsamkeit, in manchen kommen allerdings gewagte Behauptungen zum Vorschein; als eine derartige Aufstellung, an der er stets festhielt, sei hier beispielsweise aufgeführt, dass die Massorah von den Karäern herrühre und aus ihrem Schrifttum zu uns herübergedrungen sei; eine Hypothese, über welche man sich mehr emphatisch entrüstet hatte, als dass man sie durchschlagend widerlegte, und für welche manches verdächtige Anzeichen spricht. Von seinen Programm- Schriften seien als besonders wertvoll hevorgehoben: »Die westgothische Gesetzgebung in Betreff der Juden« zum Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars 1858, Monatsschrift, 48. Jahrgang. 32

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