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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 496

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-07-01
Page
Seite 496 (sequence 6)
Language
German
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496 Heinrich Graetz. Ein Lebensbild. gab es in ihr doch keinen, der die für diese Zwecke un־ entbehrliche Kenntnis des jüdischen Schrifttums in dem Masse und in dem Umfange wie Graetz besass, und keinen, der die Beherrschung dieses Arbeitsgebietes durch namhafte Arbeiten so nachweisen konnte wie Graetz. Die Ergebnisse der durch die Kommission veranlassten Arbeiten stehen denn auch in keinem Verhältnis zu den grossen Erwartungen, die man anfangs an sie geknüpft hatte. Was von Berlin aus oder anderwärts an Rücksichtslosigkeit gegen Graetz gesündigt wurde, griff ihm keines״ wegs tief ins Herz und wurde vollends durch London ausgeglichen, als er von dort im Sommer 1887 die ehrenvolle Einladung erhielt, die englisch-jüdische Ausstellung historischer Sehenswürdigkeiten mit einer Vorlesung zu eröffnen. Die Ehrungen, die ihm in der englischen Hauptstadt bereitet wurden, die Menschen, die er kennen lernte, die Eindrücke, die er empfing, all dies hat seine Seele wohltuend erfrischt und hoffnungsvoll gestimmt, gehörte zu seinen schönsten und glücklichsten Erlebnissen und bestärkte ihn in der schon früher öfters von ihm ausgesprochenen Hoffnung, dass von England und Amerika dem Judentum neues Heil erblühen werde. Als er am 31. Oktober 1S87 das siebzigste Lebensjahr erreicht hatte, beeilten sich nicht blos seine Schüler und Freunde, ihm den Jubeltag zu einer grossartigen Ovation zu gestalten, aus allen Erdteilen und Himmelsstrichen liefen Huldigungen ein, eine überwältigende Flut von Adressen, Ehrengaben, Glückwünschen und Gedichten aus den verschiedensten Ländern bewies, wie allgemein seine Würdigung und Verehrung in der gesamten gebildeten Judenschaft durchgegriffen hatte. Als eine besonders erfreuliche Ueberraschung hat es ihn mit stolzer Genugtuung erfüllt, als die spanische Akademie zu Madrid ihn, den Juden, der in seiner Geschichtsdarstellung mit der spanischen Nation gar nicht glimpflich ins Gericht gegangen war, am 27.

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