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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 494

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-07-01
Page
Seite 494 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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494 ■ Heinrich Graetz. ,Ein Lebensbild. Schön diese Arbeiten für sich allein, originell und bedeu־ tend genug, um sonst ein ganzes Gelehrtenleben auszufüllen, würden hinreichen, um dem Verfasser einen ehrenvollen Namen und einen hervorragenden Platz in der Geschichte der jüdischen Wissenschaft zu sichern. 9. Die letzten Lebensjahre. Die steigende Anerkennung und Verehrung, deren sich Graetz aus den Kreisen seiner zahlreichen Leser und. Bewunderer, aus der wachsenden Zahl seiner aufblühenden Schüler und Freunde zu erfreuen hatte, war nicht ganz ohne Trübung geblieben. 1879 wurde der leicht entzündliehe Judenhass in Deutschland als antisemitische Bewegung wieder entfesselt, um ein sicherwirkendes politisches Agitationsmittel zur Verfügung zu haben. Heinrich von Treitschke, ein mehr patriotisch erglühter, als Wort und Wahrheit sorgsam wägender Historiker, ein Publizist von eindringlich rednerischem Pathos und glänzender Stylbegabung, trat bald als Rufer im Streit dabei hervor. Er skandalisierte sich über den Geist‘ der Ueberhebung, der neuerdings in jüdischen Kreisen erwacht sein und eine Gefahr Tür das deutsche Reich bedeuten sollte, und exemplifizierte dabei auf Graetz, der in seiner Polemik gegen das Christentum angeblich kein Mass halte und über die deutsche Nation in seiner Geschichte sich ganz respektlos äussere1). Graetz erwiderte und Treitschke widmete ihm einen Artikel2), in welchem er seine Behauptung unter Beweis zu stellen suchte, wobei er die angeführten Stellen meistenteils aus dem Zusammenhang löste und es an Sophismen nicht fehlen Hess. Die Führer der jüdischen Intelligenz in Berlin mochten die Tragweite dieser Bewegung ג) Preussische Jahrbücher 1879, Bd. 44 S. 572 ff. 2) A. a. O. S. 660.

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