Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 470 (sequence 10)
- Language
- German
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470 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 700 (!) Bände aus der Bibliothek des Oheims nach Witten״ berg geschafft habe, die dort von Luther, Melanchthon und andern benutzt wurden und dann, nach der Burg Chomutov gebracht, in einer Feuersbrunst zugrunde gingen, «veluti ad ignem damnata suspicione haerereos». Der Kern dieses Mythus ist nur, dass Melanchthon im Jahre 1523 durch Sigismund von Hassens t e i n einige kirchliche Schriftsteller in der Handschrift aus dieser Bibliothek geliehen erhielt1), Vulgarius (Theophylactus), Chrysostomus, Basilius und Gregorius von Nazianz und 1524 die Ao^ot, des Aristides, vielleicht durch Vermittlung des Aurogallus, der die Bibliothek kannte. Aurogallus hat neben seinen hebräischen und klassischen Studien auch vaterländische, geschichtliche gepflegt und ein Chronicon ducum et regum Bohemiae geschrieben, zu dem wie es scheint, auch Gedichte gehört haben2). Er besass eine poetische Ader. Aus dem Gesagten geht hervor, dass dieser Mann, der so wenig von sich hermachte, wie auch Melanchthon bezeugt, eine gute allgemeine litterarische Bildung besessen hat. Dass er schon zu Sigismunds von Lobkowitz Zeiten nach Wittenberg gekommen wäre, wird durch die Matrikel nicht belegt, er steht darin erst im Sommer 1524 als Dorotheus Chrysalektryon Bohemus. Vorher ist er im Wintersemester 1512 als Mathaeus Golthan Co metauiensis in Leipzig intituliert und hat dort auch im Sommer 1515 das Baccalaureat erworben. Im Sommer 1519 war er wieder oder noch in Leipzig und nahm als poetinerosus dominus dominus Sigismundus de Lobkowitz, baro, dominus in Hassenstein. Fr war begleitet von dem Familiären Franciscus Smeytel de Tachana dioces. Pragensis. *) Melanchthon an Spalatin, Wittenberg, (August) 1523, Corpus Reformat., I, 626; Melanchthon an Camerarius, Wittenberg, 31. Oktober und 3. Dezember lf>24, Corpus Ref., I, 6S2, 686. 2) Vrgl den oben zitierten Brief des Th. Mitis an G. Fdbricius: י Chronicon Aurigalli, cuius rhap^odias habemus, inquire״• eic.