Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 466

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-07-01
Page
Seite 466 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829784-2885484--33006-2885585
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

466 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. immer mehr1), Adrian focht die Lutherische Rechtfertigungslehre an und hätte, wenn er davon nicht zurückgehalten worden wäre, nicht übel Lust gehabt, Luther auch öffentlich anzugreifen. Aber er geriet mit diesem persön־ lieh scharf aneinander, sodass Luther S p a 1 a t i n erklärte, dieser »homo indoctissimus in re theologica« sei unnütz und sofort zu entfernen. Adrian hatte sich um diese Zeit nach Leipzig begeben, und Luther sprach den Verdacht aus, dass er sich dort Johann Eck ganz anschliessen würde. Spalatin liess sich nicht zu einem Einschreiten bewegen, und Adrian kündigte erst im Februar 1521 seine auch hier unhaltbar gewordene Stellung2). Er erhielt von der Universität die erbetene Entlassung sofort. Luther, froh über die Befreiung von diesem, empfahl Spalatin umgehend einen Wittenberger, Matthäus Aurogallus, als Nachfolger. Melanchthon, der in der Folge auch Aurogallus vorschlug, nannte3) Adrian jetzt einen Pseudochristen oder Juden vielmehr und schrieb Spalat i n, dass der Friedensstörer »bono reipublicae nostrae« abgezogen sei. Aus dieser Bemerkung klingt wieder die rabbinische Gelehrsamkeit des Hebräers mit hervor. Wohin Adrian von Wittenberg ging, ob nach Leipzig oder nach Freiburg i. B., wohin man ihn eingeladen hatte4), ist völlig dunkel. Einer seiner Wittenberger Schüler ist der berühmte Valentin Trotzendorf gewesen. *) Luther an Spalatin, Wittenberg, 4. November 1520. Enders II, 511. 2) Luther an Spalatin, Wittenberg, 17. Februar 1521. Enders III, 87. 3) Melanchthon an Spalatin, Wittenberg, 22. Februar 1521. Corpus Reform., I, 358. A) H. Schreiber, Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg im Breisgau, II, 212: 22. Januar 1521. Commissum doctori Joanni Brisgoico) theologo, ut Wittenbergam pro magistro Louaniensi hebraice docto scribat; quo veniente conueniatur cum eo ad probam.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.