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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 463

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-07-01
Page
Seite 463 (sequence 3)
Language
German
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Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 463 niae, ut ne nocte quidem annuat [adire?] hospitium, etsi minime nummis occupatum.« Die letzten Gründe, die Adrian bewogen haben, seine lebenslängliche Anstellung fahren zu lassen und seinen Stab weiterzusetzen, liegen, nach der Widmung seiner Rede an Spalatin1) zu urteilen, doch wohl in der Neigung zu einer freieren Theologie, als sie in Loewen zu bekennen gestattet war, wie in seinem wenig sesshaften Wesen. Und wenn er auch bald, noch in Loewen, Wittenberg als das nächste Ziel seiner Tätigkeit ins Auge gefasst hatte, so zog er doch, einmal auf dem Wege, ohne grosse Sorgen darüber in die Ferne, wohin ihn schliesslich sein Weg führen würde. Am 24. April 1520 ist er in Wittenberg immatrikuliert: Mattheus Adrianus Hispanus, hebraice lingue professor et medicinarum doctor. Melanchthon meldete die Anstellung des endlich erlangten Dozenten Johann Lang in Erfurt2) und Johann Hess in Breslau3), Adrian legte artig dem Schreiben an Hess einen hebräischen Brief an den bischöflichen Sekretär Valentin Krautwald und den Kanonikus Michael Wittiger in Breslau bei. ln Wittenberg lernte Adrian zuerst eine Kehrseite von dem raschen Aufblühen der Universität kennen. Es waren in dem kleinen Städtchen nicht genug Wohnungen für die zuströmenden Studenten vorhanden, und auch für Adrian konnte keine ausreichende Wohnung ausfindig gemacht werden. Das machte ihn ungeduldig und er hätte gern irgend einen aus der seinigen verdrängt, während Luther und Melanchthon, die sich seiner annahmen, *) Er lobt Spalatin als zweiten Erasmus, »qui . , . succurrit et Unguis et theologiae«. 2) Wittenberg (April) 1520. Corpus Reformat., i, 163. Wittenberg, 17. April 1520. Corpus Reformat., I, 156—16t. Das Datum dürfte in 27. April zu ändern sein.

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