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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 433

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Die Juden des Mittelalters in ihrer wirtschaftlichen Betätigung
Date
1904-07-01
Page
Seite 433 (sequence 11)
Language
German
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Die Jaden des Mittelalters in ihrer wirtschaftl.. Betätigung. 433 Reise durch das byzantinische Reich um das Jahr 1170 dort recht viele Juden ansässig, und was er von ihrer Wirtschaftliehen Tätigkeit berichtet, zeigt nur, dass sie den in der Römerzeit von ihnen geübten Berufen treu geblieben waren. So wohnten am Berge Parnass zerstreut an die 200 Juden, die Ackerbau trieben. In Saloriichi beschäftigten sich die Juden grossenteils mit Handwerk. Die in Theben, gegen 2000 an Zahl, galten als die geschicktesten Seidenweber und Purpurfärber von ganz Griechenland; ebenso gab es unter den Juden in Konstantinopel Seidenweber, daneben freilich viele und reiche Kaufleute. Es ist gewiss nicht anzunehmen, dass sie anderwärts ausschliesslich vom Handel lebten. Die Reisebeschreibung bringt ja nur einzelne Notizen wirtschaftlicher Art, An Orten, wo der Verfasser sich nicht lange aufhielt oder gar nur zu Schiff vorbeifuhr, wie bei den griechischen Inseln, hat er sich offenbar nicht näher über die Verhältnisse unterrichtet. Die Voraussetzung, dass die Juden immer und überall ein Handelsvolk waren, trifft eben nicht zu. Am Ende des 12. Jahrhunderts wohnte noch ihre Hauptmasse in den alten Sitzen am Euphrat und Tigris. Die Zahlangaben Benjamins für die jüdische Einwohnerschaft dort gelegener Städte und Bezirke sind zu hoch, als dass sie erklärlich wären für ein ausschliesslich handeltreibendes Bevölkerungselement, und in den meisten Fällen nicht hoch genug, als dass sie für stark übertrieben gelten dürfen. Die besondere Hinneigung der Juden zu Handel und Geldgeschäft hat sich entwickelt, nicht allein durch den äusseren Druck, dem sie ausgesetzt waren, denn der ist im byzantinischen Reich nicht geringer gewesen als im Abendlande, sondern unter dem mitwirkenden Einfluss eigenartiger wirtschaftlicher Zustände, die sich wesentlich abweichend von denen der Römerzeit und des schwer beweglichen Orients entwickelten. benutzte ich das Itinerarium d. Benjaminis cum versione et notis Constantini l’Empereur, Leiden 1633; vgl. übrigens Graetz 62, 263. Monatsschrift, 48. Jahrgang. 28

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