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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. Seite 401

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1904-07-01
Page
Seite 401 (sequence 2)
Language
German
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Die Paulinische Lehre vom Gesetz. 401 es einmal nennt, von Rechts wegen gar nicht bedürfen, da ja nach ihm, unserem Apostel, der Glaube allein schon genügt, um uns zu »retten« (so besonders Röm. 10, 9). Allein, wie sollte man dabei doch handeln und wandeln? Mag der Glaube auch der einzig wahre, sichere und sich selbst genügende Weg zum Heile sein und mag es dem■־ nächst immer auch der rechte, lebendige Glaube sein, er, der, wie Paulus sagt, »mit dem Herzen glaubt zur Gerechtigkeit und mit dem Munde bekennt zum Heil« (das. V. 10), so bedarf es doch noch immer der Normen, welche das Tun und Lassen des Gläubigen in den mancherlei Fragen des Lebens und der Sitte unmittelbar zu bestimmen und zu regeln hätten. Das Gesetz aber, welches eine solche (fertige und zugleich auch Alles erschöpfende) Lebensnorm enthielt, hatte Paulus ja für ganz aufgehoben erklärt. Ist dem aber auch so? Wollte Paulus in Wirklichkeit das mosaische Gesetz auch als Lebensnorm, genauer auch als Norm für den sittlichen Lebenswandel nicht mehr gelten lassen? Grafe behauptet es entschieden. »Es hätte«, meint er, »das Streitobjekt (mit den judenchristlichen Gegnern) gefehlt, wenn Paulus nicht der Ansicht gewesen wäre, dass auch für das sittliche Leben des Christen das Gesetz nicht mehr bestimmende Norm sein könnte«. Sei ja zudem die Befürchtung der Gegner, es werde der Sünde Tür und Tor geöffnet, wenn nicht das Gesetz als Schranke auch für den Christen noch aufrecht erhalten bliebe, für den Apostel hinlänglich damit abgetan, dass der Christ, nach ihm, »durch die Gemeinschaft, in die er mit dem Gekreuzigten und auferstandenen Christus tritt, dem Fleische abgestorben — und ein neuer Mensch entstanden ist, dessen Lebensgrund und Kraft das ׳ttvsu^o. bildet«. Dieser göttliche Geist sei nunmehr »die Norm des Han■■ delns geworden, und der Christ tut kraft des göttlichen Geistes das Gute von selbst, wenn er sich nur dem Treiben des Geistes hingibt. Er ist dann weit davon entfernt, etwas Monatsschrift, 48. Jahrgang. 26

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