Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Moses und Hammurabi
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 396 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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396 Moses und Hammurabi. sind) Sklavin, Hagar, zur Frau. Diese lehnt sich, sobald sie merkt, dass sie freudige Veranlassung dazu hat, gegen die Herrin auf, und Sarah drängt auf Züchtigung, die Abraham ablehnen muss, aber nicht verhindert, dass Sarah sie quält. Sarah durfte die Hagar, da sie guter Hoffnung war, nicht als Sklavin verkaufen, aber sie durfte sie nach Auflehnung unter die Mägde tun*. Hagar flieht, kehrt aber um und fügt sich. Ismael wird geboren. Abraham nennt ihn seinen Sohn. Aber auch Sarah bekommt einen Sohn. Trotz Hagars Vertreibung bestatten beide Söhne, Isak und Ismael, ihren Vater versöhnt in der Höhle Machpelah. Hier sehen wir Schritt für Schritt die Ereignisse aufeinanderfolgen, wie sie die oben zitierten §§ des Cod. Hammurabi voraussetzen. Die Beispiele könnten vermehrt werden; es genügt dieses eine, klassische. Welche Schlüsse dürfen aus diesem Tatbestände gezogen werden? Müller (S. 210 ff.) weist nach, dass trotzdem von einer gegenseitigen Entlehnung nirgendwo die Rede sein könne. Woher aber die Übereinstimmungen ganzer Gesetzeskomplexe und deren Gruppierung und systematischen Aufeinanderfolge? Die mosaischen Gesetze sind ursprünglicher nach Formulierung und Gruppierung. Die Bestimmungen gelten zum Teil für einfachere und primitivere Verhältnisse, als sie aus dem Cod. Hammur. ersichtlich sind. Diese übereinstimmenden Teile sind nach Müller (S. 220 ff. 241) auf ein gemeinsemitisches Urgesetz zurückzuführen, das er zu rekonstruieren versucht, und das dem mosaischen Gesetze näher steht als dem des Hammurabi. Die Gesetze der HS. haben tiefgehende Abänderungen vorgenommen, welche Weisheit, Milde und ethische Grösse bekunden, Moses kennt die Bräuche und Misbräuche der alten Gesetzgebungen. Die Gesetze im sog. Bundes-Buche sind derart, dass sie bereits zur