Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 375

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
[Nachricht] / Levy, Ludwig
Date
1904-06-01
Page
Seite 375 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829783--32902-2885467
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Kurze Mitteilungen. 375 Vermutung aus, der syr. Ausdruck אבלא im Sinne von »Mönch« sei zw. 70—130 geprägt worden. Bab. Bathra 60 b u. Thosiphta Sotah XV, 10 »bezeugen eine Art Mönchsbewegung in Israel nach der Tempelzerstörung u. während der hadrian. Verfolgung. Es ist wohl sicher, dass sich diese Asketen (פרושים) mit Anschluss an Jes. 61, 3 אבלי ציון genannt haben.« Bei unbefangener Prüfung der Talmudstellen findet sich dort freilich nichts, was »eine Art Mönchsbewegung« genannt werden könnte. [69] In den »Beiträgen zur alten Geschichte« Bd. III. Heft 3 setzt Hugo Willrich seine Abhandlung über Caligula fort: Cap. VII. Die Juden. Vf. versucht, den Statthalter Flaccus von der Schuld an der Judenverfolgung in Alexandria rein zu wasehen. Die stets zum Verrat geneigten Juden hätten selbst den Aufstand heraufbeschworen. Flaccus’ Behauptung, die Juden seien keine Alexandrinischen Bürger, sei völlig berechtigt gewesen. »Flaccus allein sollte schon mehr Glauben finden als die fortgesetzt in allerlei Unwahrheiten sich ergehenden Philo und Josephus« (S. 407). Caligula »hat nicht befohlen, seine Bilder in den Synagogen aufzustellen oder sie darin zu belassen, und wenn er den Juden dort ihre Ansprüche auf das Bürgerrecht nicht bekräftigte, so war er zweifelsohne in vollem Recht; wenn er nachher viele von ihnen durch Isidoros und andere anklagen, ins Gefängnis werfen oder töten liess, so bestrafte er damit Unruhestifter oder Majestätsbeleidiger, denn auch die Weigerung, beim Genius des Kaisers zu schwören, galt als Majestätsbeleidigung, nicht bloss als Ablehnung der Staatsreligion.« (443). Dem Verf. fehlt jedes Verständnis für den Glaubensheroismus eines Volkes, das selbst die sichere Vernichtung der Selbsterniedrigung vor dem Bilde eines verrückten Despoten vorzieht. [70] Aus der Revue de l’histoire des religions (Nov.-Dec.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.