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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 357

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-06-01
Page
Seite 357 (sequence 12)
Language
German
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IRI
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Heinrich Graetz. Ein Lebensbild. 357 schnellem Fluge veröffentlichte er nun von 1874 ab hinter״ einander die zwei, beziehungsweise drei1) ersten Teile über die biblische und vormakkabäische Zeitepoche und schloss 1876 die Kette seiner Geschichtsdarstellung ab, indem er die ersten Glieder anfügend das Ganze krönte. Das Wort, mit dem er kühn hervorgetreten, als er 1854 mit dem vierten Band seine historische Laufbahn eröffnete, »eine Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart nach den Quellen neu zu bearbeiten«, war jetzt glänzend eingelöst. Ein Werk war vollendet, das grossartig in seiner Conception, klar und durchsichtig in seiner Ausführung, fesselnd und anziehend in seiner Darlegung den Weg zum Herzen seiner Glaubensgemeinde nicht verfehlt hat, über das die Gegenwart bisher nicht hinausgekommen ist, das der jüdischen Geschichtsschreibung die bleibenden orientierenden Grundlagen geschaffen hat. Durch die mancherlei kleinen Schlacken und Verfehlungen, wie sie ja jeder menschlichen Arbeit an haften, wird an dem Gesamtein־ druck nichts geändert; mögen auch vielfach im Einzelnen die Tatsachen durch Erschliessung ungeahnter, verborgener Quellen korrigiert und bereichert werden, auf die allgemeinen Gesichtspunkte, die pragmatischen Anschauungen, die be~ wegenden Ideen, wie er sie aus den schwer zu verfolgenden Zuflüssen und Abflüssen im Stromlauf der jüdischen Geschichte erkannt und fixiert hat, wird man immer wieder zurückkommen müssen. Graetz? Geschichte der Juden, so voluminös auch ihr Umfang ist, wird dem eisernen Bestand der jüdischen Litteratur einverleibt bleiben. 8. Der Exeget Die zwei oder vielmehr drei ersten Teile des Ge- Schichtswerkes greifen bereits in die bibelexegetischen *) Der zweite Band hatte einen solchen Umfang genommen, dass er ihn in zwei Abteilungen zerlegen musste, von denen jede die stattliche Zahl von fast 500 Seiten umfasst.

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