Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Ein Brief Hartwig Wesselys
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 342 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Ein Brief Hartwig Wessely s. mit tiefster Ehrfurcht mich erdreiste Glück zu wünschen und den Himmel flehe, dieses theure Kleinod bis in das späteste Alter, der Welt zu schenken. Wäre ich nun so glücklich, dass Ihro Königl. Maj. an erhaltenem ersten Heft der Moseide einiges Wohlgefallen gefunden hätten, so würde ich jetzt da das längst übersetzte und zum Druck fertigliegende zweite Heft, zu dessen Herausgabe ich in der gelehrten Zeitung aufgefordert werde und woran dürftige Umstände mich verhindern — so dreist sein, Ew. Königl. Maj. allerunterthänigst anzuflehen, dass Allerhöchstdieselben als oberster Beförderer der Wissenschaften geruhen möchten, dieses Werk mit einer Unterstützung Allergnädigst zu begleiten. Sämtliche 5 übrigen Hefte abzudrucken beträgt Summa Rthlr. 750, die Hälfte dieser Summe wird durch Subscribenten ersetzt, und um einen Beytrag zu der noch fehlenden Hälfte wage ich hiermit Ew. Königl. Maj. anzuflehen. Der Himmel wird Ew. Maj. Milde belohnen und viele Andere mit mir gebührenden unterthänigsten Dank wissen. Der ich in tiefster Ehrfurcht lebenslang verharre Ew. Königl. Majestät allerunterthänigster Knecht Hartwig Wessely. Berlin, den 22. Dezember 1797. Hartwig Wessely, der Schreiber des eben mitgeteilten Aktenstücks ist den Lesern dieser Zeitschrift keine unbekannte Persönlichkeit. Seine Biographie ist mehrfach geschrieben worden; Graetz hat ihm in seiner Geschichte der Juden eine längere Charakteristik gewidmet, die, wie die den Aufklärern zu teil gewordenen Schilderungen überhaupt, mit dem wackeren und verdienten Manne etwas streng ins Gericht geht. Trotzdem soll an dieser Stelle nicht der Versuch gewagt werden, eine neue Biographie oder Schilderung Wesselys zu geben; nur wenige Worte