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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 334

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-06-01
Page
Seite 334 (sequence 7)
Language
German
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334 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. Ein kleineres Werkchen hat er ausserdem dort 1512 geschrieben und durch Ans heim 1513 auch drucken lassen: Libellus hora faciendi pro domino1). Es sollte mehreren Zwecken zugleich gerecht werden: in erster Linie leistete er R e u c h 1 i n einen Freundschaftsdienst damit, denn es ist eine Parteischrift gegen Johann Pfefferkorn, dieser sollte dadurch als unwissend im Hebräischen hingestellt werden, und zugleich sollte es die eigene grössere Gelehrsamkeit bezeugen, dann war es ein Hochachtungs- und Dankesbeweis für den Theologen Jakob Lemp, dem er das Buch widmete, dieser hat zu seinen Gönnern in Tübingen gehört, und ein Erinnerungszeichen für den Minoritenguardian Bruder Amandus in Dura (?), endlich aber sollte es seiner Verehrung für die Jungfrau Maria Ausdruck geben. Es sind meist Gebete in lateinischem und hebräischem Text mit der hebräischen Aussprache darunter, das Ave Maria, die Salutatio angelica, das Salve regina,das Magnificat und das Vaterunser. Dahinter kommen, ebenso behandelt, das Symbolum maius, das Symbolum (Nicaenum) minus und eine kleine Abhandlung De translatione diei sabbati ad diem dominicam, quam Judei redarguunt. Hieran schliessen sich drei Stücke, das Vaterunser, das Ave Maria und das Symbolum minus, in Pfefferkorns hebräischer Über- Setzung2), und zuletzt steht ein hebräisches Gebet Adr3ans an die Gottesmutter. Dahinter folgt die Rechtfertigung seiner Übersetzungen und die Confutatio Pf ef f er ko r n s, der übrigens in dem ganzen Buche ungenannt bleibt3), und endlich die Peroratio an Bruder Amandus, der ihn, wenn er im heiligen Lande sein würde, verteidigen sollte. *) IB. Nr. 1. 2) Von 1508. L. Geiger im Serapeum, 1868, 196. 3) Er nennt ihn jedoch ausdrücklich in seinem Briefe an Johann Amerbach, Jahrbücher für deutsche Theologie, XXI, 195. Reuchlin bezog sich auf diese Blossstellung Pfefferkorns in seinem Schreiben an die Pariser theologische Fakultät vom 19. Juni 1514. L. Geiger, Johann Reuchlins Briefwechsel, 219.

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